Kaufberater: Kopfhörer bis 200 Euro kaufen

Das Angebot an Kopfhörern in ihren verschiedenen Bauformen ist größer denn je und bietet Modelle für jeden Geschmack und Geldbeutel.

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Doch wie findet man den richtigen Kopfhörer fürs Mischen, Home-Recording oder zum Musikhören?
Wann lohnt sich ein offener Kopfhörer? Wann ist ein geschlossener Kopfhörer besser? Und wann greift man zum halboffenen Modell? 
Wir behandeln nicht nur “offener oder geschlossener Kopfhörer”, sondern haben eine komplette Kaufberatung zusammengestellt und liefern gleich fünf konkrete Tipps mit: Die Modelle, mit denen wir die besten Erfahrungen gemacht haben – fürs Studio, Wohnzimmer, Recording und auch unterwegs. Je nach Gebrauch, Geschmack und Gehalt sind nämlich verschiedene Modelle zu empfehlen. Worauf ihr beim Kauf achten solltet, erfahrt ihr hier!

Noch mehr Kopfhörer findest du in Die besten Studiokopfhörer von EUR 19 bis 900 Euro, Die besten Headphones für Mix und Mastering und weiteres Hintergrundwissen in unseren Artikeln Technische Daten von Kopfhörern und ihre Bedeutung Schallwandler von Kopfhörern und Welcher Kopfhörer ist der richtige für mich?

Inhalte
  1. Offener oder geschlossener Kopfhörer: Welchen nehme ich für welche Anwendung?
  2. UNSERE KONKRETEN EMPFEHLUNGEN
  3. Wandlerprinzipien – Was muss ich wissen bzw. muss ich was wissen?
  4. Auf welche Ausstattungs- und Gerätemerkmale muss ich achten?
  5. Universell einsetzbarer Sound zum fairen Preis: AKG K371
  6. Maximaler Sound für minimalen Geldbeutel: Superlux HD-330
  7. Der Klassiker: Beyerdynamic DT 880 Pro
  8. Allrounder-Empfehlung: Audio-Technica ATH-M50 X
  9. Preiswerter Profi: Audix A150
  10. Spitzen-Allrounder zum kleinen Preis: Shure SH440A
  11. Der bequemste: Rode NTH-100

Offener oder geschlossener Kopfhörer: Welche Bauform nehme ich für welche Anwendung?

Eines der Hauptunterscheidungsmerkmale unterschiedlicher Kopfhörermodelle ist die Bauart der Ohrmuscheln, die entsprechend ihrer Dämmeigenschaften zur Außenwelt in die Kategorien offen, geschlossen und halboffen (das ist eine Mischform der beiden erstgenannten Varianten) unterteilt werden.
Kopfhörer offener Bauart haben eine äußerst geringe und in der Praxis zu vernachlässigende Dämmung. Das bedeutet, dass der vom Kopfhörer erzeugte Schall nach außen gelangt und Umgebungsgeräusche wiederum ungehindert zum Ohr gelangen. Das ist beispielsweise dem ungestörten Musikhören in einer lauten Umgebung hinderlich und auch zum Monitoring im Aufnahmeraum eher ungeeignet (“Bleeding” bzw. “Übersprechen” auf das Mikrofon).
Diese beiden Probleme verlieren bei zunehmender Dämmung geschlossener Kopfhörermodelle an Bedeutung und erweitern den Einsatzradius erheblich, allerdings hat das einige Kompromisse zur Folge.
Geschlossene Ohrmuscheln von Kopfhörern haben erwartungsgemäß eine schlechtere Luftzirkulation zum Ohr, wodurch der Tragekomfort in vielen Fällen nicht das Niveau offener Kopfhörermodelle erreicht. Weiterhin kann die harte Abschottung beider Ohren zur Außenwelt unter Umständen klangliche Nachteile, etwa bei der Frequenzwiedergabe und der Natürlichkeit der Raumabbildung bewirken. Mittlerweile gibt es aber genügend Ausnahmen, die dieses Vorurteil widerlegen.
Halboffene Kopfhörer versuchen, sich die Vorzüge beider Bauarten zu eigen zu machen, was sie je nach Intensität der Dämmung, die bei Modellen dieser Mischform durchaus unterschiedlich ausfallen kann, unter Umständen auch zum Monitoring während der Aufnahme qualifiziert. Welche Bauart man am besten für welche Anwendung verwendet, seht ihr in der Tabelle. 

Anwendungoffener Kopfhörerhalboffener Kopfhörergeschlossener Kopfhörer
Recording++++
Mix und Mastering++++++++
Auflegen im Club+++
Musikhören unterwegs++++
Musikhören zu Hause++++++++
Fotostrecke: 3 Bilder Die Ohrmuscheln des Beyerdynamic DT 150 lassen eindeutig erkennen, dass es sich um ein geschlossenes Modell handelt.

Diese Tabelle bietet einen weiteren Überblick der tendenziellen (!) Eigenschaften der genannten verschiedenen Bauarten:

Eigenschaftoffener Kopfhörerhalboffener Kopfhörergeschlossener Kopfhörer
Emission/Immission von Schallhochmodellabhängige Unterschiede, eher hochgering
Dämmunggeringmodellabhängige Unterschiede, eher geringhoch
Tragekomfort (Tendenz)hochhochmodellabhängige Unterschiede, häufig hoher Anpressdruck
sicherer Sitz (Tendenz)für stationären Betrieb ausreichendmodellabhängige Unterschiedemeist sicherer Sitz, auch bei starken Bewegungen, z.B. beim Spielen von Instrumenten
natürlicher Raumeindruck (Tendenz)gutgutaufgrund hoher Kanaltrennung nicht selten unnatürlich
negativ empfundene Abschottung von der Außenweltgeringmodellabhängige Unterschiede, eher geringhoch

Weiterhin gibt es Eigenschaften, die einzelnen Bauarten zugeschrieben werden. Beispielsweise gelten geschlossene Kopfhörer gegenüber offenen als besonders potent in der Basswiedergabe. Hier gibt es allerdings viele Ausnahmen, die dieses Vorurteil widerlegen, da es in allen Bauarten sehr unterschiedliche Klangsignaturen gibt.

Hier sind vier unserer Empfehlungen. Es gibt einzelne Tests dazu, weiter unten in diesem Artikel werden sie außerdem kurz vorgestellt – dort ist auch der Geheimtipp zu finden.

Dynamische, elektrostatische, magnetostatische/planarmagnetische Kopfhörer – Was muss ich wissen bzw. muss ich was wissen?

Im Gegensatz zum High-Class-Marktsegment findet man in der Preisklasse bis 200 Euro fast ausschließlich Kopfhörer, welche mit Schallwandlern bestückt sind, die nach dem elektrodynamischen Prinzip arbeiten. Ganz vereinzelt befinden sich auch magnetostatische Modelle im Angebot einiger Hersteller. Diese Wandlerart, die man etwas häufiger in höheren Preisgefilden antrifft, ist vergleichbar robust und unterscheidet sich klanglich von dynamischen Kopfhörern nicht so stark wie einzelne dynamische Kopfhörer untereinander, sodass beim Kauf eines Kopfhörers bis 200 Euro kein besonderes Augenmerk auf das Wandlerprinzip zu legen ist. Wer dennoch Interesse an diesem Themenbereich hat, wird in unserem Feature Schallwandler von Kopfhörern fündig.

Auf welche Ausstattungs- und Gerätemerkmale muss ich achten, wenn ich einen Kopfhörer kaufen will?

Wenn die Wahl auf einen offenen oder geschlossenen Kopfhörer fällt, sollte bereits geklärt sein. Welche weiteren Eigenschaften und Ausstattungsmerkmale sinnvoll sind, hängt natürlich stark von den eigenen Bedürfnissen und dem geplanten Einsatzzweck der Headphones ab. Exemplarisch haben wir als Hilfestellung einige Szenarien zusammengestellt, zu denen man sich vor dem Kauf eines Kopfhörermodells durch den Kopf gehen lassen könnte.

Ich will den Kopfhörer (auch) unterwegs als Mobilkopfhörer einsetzen.

sinnvolle Merkmale:
  • kompakte Maße (evt. ohraufliegende Ohrmuscheln)
  • geringe Impedanz zum Betrieb an mobilen Playern
  • kurzes Kabel (evt. optional/auswechselbar)
  • Transportbox oder Beutel
  • Stecker oder Adapter auf 3,5mm, evt. andere Formate (Apple…)

Den Kopfhörer möchte ich zum Aufnehmen von Musikern verwenden.

sinnvolle Merkmale:
  • geeignete/flexible Kabellänge
  • austauschbare und leicht zu reinigende Polster
  • generelle Austauschbarkeit der Bauteile bei hoher Beanspruchung

Ich möchte den Kopfhörer zum Auflegen im Club verwenden.

sinnvolle Merkmale:
  • pegelfeste Wiedergabe
  • souveräne Basswiedergabe
  • Ein-Ohr-Trageweise möglich
  • geeignete Kabeloption 

Ich will den Kopfhörer zum Mischen/Mastern einsetzen.

sinnvolle Merkmale:
  • „ehrliche“, tendenziell lineare Frequenzabbildung
  • authentische Wiedergabe von Transienten/Impulsen
  • möglichst natürliche und präzise Stereobühne

Den Kopfhörer will ich zu Hause zum Musikhören verwenden.

sinnvolle Merkmale:
  • Klangsignatur entspricht dem eigenen Hörempfinden
  • hoher Tragekomfort für pausenlose, lange Hörsessions (tendenziell ohrumschließende Ohrmuscheln)
  • sinnvolle Kabelvariante entsprechend der Zuspielgeräte und Hörposition

Fotostrecke: 2 Bilder Ohraufliegende Ohrpolster wie hier beim Audio-Technica ATH-M60X sind meist deutlich kompakter, aber nicht jedermanns Sache.

Unsere Kaufempfehlungen für Kopfhörer im Einzelnen

Vielleicht haben wir euch hiermit ein paar Gedankenanstösse geliefert, die euch die Kopfhörerwahl etwas erleichtern. Kommen wir nun zu unseren konkreten Empfehlungen bis maximal 200 Euro Kaufpreis:

Universell einsetzbarer Sound zum fairen Preis: AKG K371

AKGs neuer Studiokopfhörer K371 überzeugte uns im Test auf ganzer Linie. Das kabelseitig luxuriös ausgestattete Modell besticht mit hohem Tragekomfort sowie hervorragenden Wiedergabeeigenschaften, die den K371 neben dem Einsatz im Aufnahmeraum auch zum Mischen Mastern und zum hochwertigen Musikkonsum befähigen. Der AKG ist einer der interessantesten Kopfhörer im Marktsegment bis 200 Euro!

Eine klare Empfehlung: AKG K-371
Eine klare Empfehlung: AKG K-371

Allrounder-Empfehlung: Audio-Technica ATH-M50 X

Der Audio-Technica ATH-M50 hat bei uns im Test äußerst gut abgeschnitten und konnte sich auch gegen deutlich teurere Kopfhörer durchsetzten. Mittlerweile wurde der Hörer einem Update unterzogen. Er nennt sich nun Audio-Technica ATH-M50 X. Dieser Kopfhörer ist ohrumschließend, geschlossen und klanglich ziemlich neutral, so dass er sich nicht nur für die aufzunehmende Musiker anbietet, sondern auch zum Mixen und Mastern geeignet ist. Aufgrund seiner guten Abschirmung ist er aber auch für das Monitoring in lauten Umgebungen geeignet, weshalb er ebenfalls als DJ und FOH-Kopfhörer durchgeht. Unterstrichen wird dies auch von seinem platzsparenden Klappmechanismen.

ATH-M50 X von Audio Technica: gerne von DJs verwendet
ATH-M50 X von Audio Technica: gerne von DJs verwendet

Preiswerter Profi: Audix A150

Von Audix gibt es den A150. Klanglich liefert er genau das, was bei der Studioarbeit wichtig ist, weist trotz eher kleiner Muscheln einen guten Tragekomfort auf und dämmt gut. Positiv ist weiter, dass zwei Kabel im Lieferumfang sind und auch an einem Case nicht gespart wurde. Im Test konnte der Audix A150 mehr überzeugen als sein kleinerer und preiswerterer Bruder A145

Spitzen-Allrounder zum kleinen Preis: Shure SH440A

Shure ist eher für seine Mikrofone bekannt, aber der SH440A ist ein ernstzunehmender Kopfhörer für erstaunlich kleines Geld. Außerdem gehört er zu den besonders leichten Headphones. Vor allem, wer einen Allrounder-Kopfhörer sucht, mit dem sich Musik hören, mischen und recorden/monitoren lässt und das Budget nicht zu sehr belasten will, sollte sich den Shure SH440A einmal auf den Kopf setzen. Er klingt sehr ausgewogen, wenngleich mit druckvollem Bass. Die Dämpfung ist ordentlich, der Tragekomfort hoch.

Der bequemste: Rode NTH-100

Im Test des Rode NTH-100 wurde deutlich, dass der Kopfhörer zwar außerordentlich gute Klangergebnisse liefert, aber von der Abstimmung her nicht unbedingt die beste Wahl für Mixing und Mastering ist. Das muss ein Kopfhörer auch nicht sein. Dafür ist der Rode NTH-100 ungemein bequem und erlaubt trotz guter Dämmeigenschaften ein langes Arbeiten ohne “Ohren-Hitzeschock” wie kaum ein anderer Kopfhörer – das macht ihn ideal als Monitoring-Kopfhörer! Und zum Musikhören, ob in Ruhe zuhause oder beim Pendeln, ist er ebenfalls hervorragend geeignet.

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Profilbild von and-y

and-y sagt:

#1 - 13.02.2016 um 17:46 Uhr

1

zum DT 770 - "Allerdings gehört er nicht unbedingt zu den bequemsten seiner Art." Also ich würde mal behaupten das er der bequemste von all den vorgestellten Alternativen ist^^ Ich persönlich hab den ATH-M50X und den DT 770 und der ATH-M50X ist geil aber in Sachen Komfort reicht er dem DT 770 nicht annähernd das Wasser...

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Murph Schnitzel sagt:

#2 - 10.11.2017 um 11:44 Uhr

0

Schöne Auswahl. Allerdings finde ich es unverständlich, dass der Nowsonic Prinz in dieser Liste nicht auftaucht, nachdem er im Bonedo-Test so sehr gelobt wurde.

Profilbild von Spankous

Spankous sagt:

#3 - 08.12.2018 um 18:32 Uhr

0

Ich hatte den Shure 840 und bestellte den 940 weil ich dachte das er bestimmt besser ist. Ich habe ihn etwa 10 Minuten Getestet und wieder eingepackt und zurückgeschickt. Also diese höhen..... Überhöhung ist so stark das er mir fast ein loch ins Trommelfell gebohrt hat. Falls jemand hier empfindlich auf höhen ist kann er diesen Kopfhörer vergessen.

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FJMP sagt:

#4 - 06.04.2019 um 19:42 Uhr

0

https://www.thomann.de/de/b...

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