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Top 10 Pianisten, die man kennen sollte

Welche sind die zehn interessantesten Pianisten aller Zeiten? Diese Frage ist eigentlich unmöglich zu beantworten. Denn das Klavier, wie wir es heute kennen, existiert seit mittlerweile fast 200 Jahren. In dieser Zeit gab es unzählige Tastenspieler, die nicht nur fantastisch Klavier gespielt, sondern die Musik mit ihrem Spiel auch für immer verändert haben.    

Feature: Top 10 Pianisten, die man kennen sollte (Foto. Shutterstock|Von Joaquin Corbalan P)
Feature: Top 10 Pianisten, die man kennen sollte (Foto. Shutterstock|Von Joaquin Corbalan P)
Inhalte
  1. Franz Liszt
  2. Oscar Peterson
  3. Elton John
  4. Keith Jarrett
  5. Yann Tiersen
  6. Glenn Gould
  7. Jordan Rudess
  8. Ludovico Einaudi
  9. Jacob Collier
  10. Peter Bence
  11. Schlusswort
  12. Weitere wertvolle Tipps rund um das Klavier spielen


Da es bei einer solchen Zusammenstellung unmöglich ist, alle relevanten Musiker zu nennen, mussten wir uns auf bestimmte Aspekte eines musikalischen Schaffens konzentrieren. Deshalb finden sich in unserer Top 10 Auswahl nicht nur die Pianisten, die unglaublich schnell Läufe und Tonleitern, oder nur die schwierigsten klassischen Stücke spielen. Technische und musikalische Meisterleistungen waren nicht unbedingt ausschlaggebend, denn dann würden sich in unserer Liste wahrscheinlich fast nur Klassik- und Jazz-Pianisten finden.
Es ging uns vielmehr darum, wie viel die Musik des Künstlers, oder wie er sie spielt, in der Musikwelt bewegt hat. Und trotzdem war es immer noch unmöglich, alle in diesem Zusammenhang wichtigen Namen zu nennen. Hier sind unsere Top 10. 

Franz Liszt

Franz Liszt gilt auch heute noch als der größte Klavier-Virtuose aller Zeiten. Inspiriert und beseelt von einem Konzert des Teufelsgeigers Niccolo Paganini, entschloss er sich dazu, auch das Klavier technisch und musikalisch voll auszuloten und die Klaviermusik somit über das bis dato Bekannte hinaus weiterzuentwickeln. Darum zählt seine Musik auch heute noch mit zum schwierigsten Repertoire für klassische Pianisten überhaupt. So auch sein weltberühmtes Stück La Campanella. Darin verarbeitet er ein Thema aus dem letzten Satz des zweiten Violinkonzerts in H-Moll von Paganini. In dieser Etüde ist besonders die rechte Hand schwer, da sie viele Töne und besonders große Sprünge enthält. Jewgeni Kissin führt sie im folgenden Video meisterhaft vor.

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Oscar Peterson

Oscar Peterson spielte schon im zarten Alter von fünf Jahren Trompete und Klavier. Später erkrankte er allerdings an Tuberkulose und musste in der Folge das Blasinstrument aufgeben. Somit konnte er sich bereits mit sieben Jahren voll und ganz auf das Klavier konzentrieren. Was für ihn ein schwerer Schicksalsschlag gewesen sein muss, machte ihn später zu einem der besten Jazz-Pianisten aller Zeiten, der auch für seine brillante Klaviertechnik berühmt wurde. Einer seiner ersten Lehrer war der ungarische Pianist Paul de Marky, der das Klavierspiel beim Liszt-Schüler Istvan Thoman gelernt hatte. So sind besonders seine Solo-Klavierstücke eine absolute Sensation, denn nicht selten lässt er dabei seine Finger über die komplette Tastatur fliegen, genauso, wie er es von seinem Lehrer gelernt hatte.

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Elton John

Elton John ist ein Musiker der Superlative. Seit 1969 hat er 33 Alben veröffentlicht und unzählige Singles herausgebracht, in denen das Klavier neben seinem Gesang fast immer die Hauptrolle spielt. Und die Liste seiner Hit-Songs ist fast genau so lang: Candle in the wind, Don’t let the sun go down on me, Can you feel the love tonight oder Circle of life, um nur einige wenige zu nennen. Insgesamt hat er um die 400 Millionen Tonträger verkauft. In unserer Top 10 befindet er sich aber deshalb, weil er darüber hinaus auch eine besondere Art des Klavierspiels geprägt hat. Sein akkordisches Rock-Piano-Spielhat die nachfolgende Musik stark beeinflusst. In seinem legendären MTV Unplugged zeigt er, was er am Klavier drauf hat.   

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Keith Jarrett

Keith Jarrett galt schon früh als Wunderkind, spätestens, als er mit gerade mal sieben Jahren zum ersten Mal auf einer Bühne stand. Zuerst studierte er ausschließlich klassische Musik, selbst die berühmte Pianistin Nadia Boulanger bot sich als Lehrerin an. Allerdings lehnte Jarrett ab, denn er interessierte sich damals bereits für eine ganz andere Stilistik, nämlich Jazz. Nach seinem Studium am Berklee College of Music startete er seine Jazz-Pianisten-Karriere. Er spielte unter anderem mit Art Blakey, Charlie Haden und Miles Davis. Eine seiner früheren Aufnahmen, das Köln Concert, gilt heutzutage als der meistverkaufte Jazztonträger aller Zeiten, obwohl Jarrett selbst dieses Konzert aus heutiger Sicht eher verschmäht, weil es seinen heutigen Standards nicht mehr entspricht. Legendär sind seine Interpretationen des Klassikers Somewhere over the rainbow

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Yann Tiersen

Auch fast 20 Jahre nach dem großen Erfolg des Films ‘Die fabelhafte Welt der Amelie’ ist der Bann des Films und der gleichnamigen Soundtracks ungebrochen. Dieser stammt vom französischen Komponisten Yann Tiersen. Seine Musik vereint französische Folkmusik mit Chanson- und Musette-Elementen und klingt dadurch nicht nur typisch französisch, sondern auch immer leicht melancholisch, dabei aber trotzdem positiv. Hinzu kommt, dass seine Stücke nicht komplex komponiert und damit schwer zu spielen sind. Seine Musik überzeugt mit Einfachheit und sehr viel Gefühl. Deshalb werden seine Stücke auch heute noch sehr oft von Klavierschülern weltweit gespielt. Und das ist auch nicht verwunderlich, denn die Musik des Franzosen klingt einfach toll. Das ist auf jeden Fall ein Platz in unserer Liste der interessantesten Pianisten wert.

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Glenn Gould

Der klassische Pianist Glenn Gould war durch und durch besonders. So sah man ihn auch im Sommer meistens mit seinem Wintermantel, einer Mütze und Handschuhen. Er spielte bis zum Ende seines Lebens immer auf dem gleichen Flügel, dessen eingestrichenes ‚Eb‘ quietschte und auf jeder seiner Aufnahmen zu hören ist. Trotzdem erlaubte er keinem Klavierstimmer, das Problem zu beseitigen, aus Angst, das Spielgefühl des Instruments könnte sich dadurch ebenfalls ändern. Und auch seine musikalischen Vorträge polarisierten meistens. So kam es z. B. 1962 zu einem Konzert mit dem Dirigenten Leonard Bernstein, vor dessen Beginn dieser dem Publikum erklärt, dass er selbst mit der folgenden Interpretation Goulds nicht einverstanden sei. Von vielen wird letzterer aber auch heute noch als der beste Bach-Interpret aller Zeiten gehuldigt.  

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Jordan Rudess

Als Jordan Rudess in der Grundschule war, bekam seine Mutter eines Tages einen Anruf seiner Klassenlehrerin. Diese wollte den kleinen Jordan für dessen hervorragendes Klavierspiel loben, das er in der Schule vorgeführt hatte. Allerdings hatte die Familie Rudess noch nie ein Klavier besessen, oder Jordan Klavierunterricht erhalten. Mit neun Jahren nahm er dann das Vorstudium am renommierten Juilliard-Konservatorium auf, wo er viele Jahre klassisches Klavier studierte. Später tauchte er auch in die Welt der Synthesizer und elektronischen Keyboards ein und es folgten Kollaborationen mit den verschiedensten Rock-Musikern wie David Bowie oder Rod Morgenstein. Seit 1999 ist er zudem ständiges Mitglied der Progressive-Metal-Band Dream Theater‘ und vor allem für seine schnellen Läufe, sein leidenschaftliches Spiel und seine wilden Soli bekannt. 

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Ludovico Einaudi

Auch Ludovico Einaudi ist für seine ruhige und gefühlvolle Klaviermusik bekannt. Und auch seine Stücke sind meistens gar nicht so schwer, klingen aber einfach hervorragend. Deshalb wird auch seine Musik von Klavierschülern nur zu gerne gespielt. Der italienische Komponist lernte schon als Kind bei seiner Mutter das Klavierspielen und studierte später sogar am Verdi-Konservatorium in Mailand. Heute gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten Neo-Klassik und bezeichnet sich am liebsten als musikalischen Minimalisten. Die klanglichen Einflüsse von Ryuichi Sakamoto, Philip Glass, Didier Squiban oder Erik Satie sind in seiner Musik deutlich zu hören. Und obwohl Einaudi schon seit seinem ersten Solo-Album aus dem Jahre 1996 eine große Anhängerschaft verzeichnen kann, erlangte er durch seinen Soundtrack zum Film ‚Ziemlich beste Freunde‘ noch größere Bekanntheit.     

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Jacob Collier

Quincy Jones hat Stevie Wonder und Michael Jackson entdeckt. Jacob Collier bezeichnet er dennoch als das größte Talent, das ihm jemals unterkam. Jones managt deshalb seit einiger Zeit den jungen Briten, der sich mit seiner ganz eigenen Auffassung von Jazzmusik einen Namen gemacht hat. Seine vier Grammys hat er zwar für Songs bekommen, in denen seine Stimme die Hauptrolle spielt, aber der Multi-Instrumentalist beherrscht neben vielen anderen Instrumenten auch meisterhaft das Klavier, das er sich übrigens selbst beigebracht hat. Jacobs Geschick im Mischen von Klangfarben und dem damit verbundenen Erzeugen von Stimmungen und Gefühlen sucht seinesgleichen, auch am Klavier. Das folgende, für den WDR aufgenommene Video ist zwar schon fünf Jahre alt, zeigt aber deutlich, wozu der damals 21-Jährige in der Lage ist.   

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Peter Bence

Peter Bence ist ein junger Pianist aus Ungarn, der besonders mit Cover-Versionen berühmter Hits wie ‚Africa‘ von Toto oder ‚Don’t Stop Me Now‘ von Queen Berühmtheit erlangt hat. Er befindet sich deshalb auf unserer Liste, weil er mit seinen Videos und Live-Performances über den Tellerrand hinausschaut und die Klaviermusik so weiter voranbringt. So kommt bei ihm regelmäßig ein Looper zum Einsatz, mit dessen Hilfe man ein kurzes Stück Musik aufnehmen und direkt im Anschluss daran wiedergeben kann. Auf diese Weise kann ein einzelner Musiker ganze Stücke mit Melodie, Begleitung, Bass und Rhythmus aufbauen. Und genau das tut Peter Bence, dazu nutzt er aber nicht nur die Tasten des Klaviers. Auch der Korpus des Instruments wird für den Rhythmus schon mal als Schlagzeug eingesetzt.   

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Schlusswort

Das waren unsere Top 10 Pianisten, ein winzig kleiner Ausschnitt aus einer riesigen Zahl wirklich toller Künstler, die viel dazu beigetragen haben und beitragen unsere Musik zu verändern und zu prägen, wobei hier niemals ein Stillstand zu verzeichnen sein wird, denn Ideen und Kreativität werden nie ausgehen.
Viel Spaß beim Selbstspielen auf dem Klavier!

Weitere wertvolle Tipps rund um das Klavier spielen findest du hier:

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von Tobias Homburger

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