Anzeige

Audiovergleich UAFX Ruby/Woodrow/Dream vs. Strymon Iridium vs. Walrus Audio ACS1 vs. Amps & Cabs

Die Zahl der Amp-Modeling-Geräte in kompakter Pedalform wächst. Amp-Modeling bei Multieffekten ist bekanntlich nichts Neues, aber seit geraumer Zeit sind auch die Pedalhersteller in diesen Gefilden unterwegs und mit dem Strymon Iridium und dem Walrus Audio ACS1 hatten wir schon zwei Kandidaten im Test, die sich gleich drei Amp-Klassikern in einem Pedal widmen.

Nun hat sich Universal Audio ebenfalls drei Amp-Klassiker zur Brust genommen und geht noch einen Schritt weiter. Hier gibt es keine Kombinationen, sondern nur ein Amp-Modell pro Pedal. Die drei Pedale sind das Ruby ´63 (Vox AC30), das Woodrow ´55 (Fender Tweed Deluxe) und das Dream ´65 (Fender Deluxe Reverb). Im Test konnten die drei auf ganzer Linie überzeugen, aber nun wird es Zeit für eine kleine Gegenüberstellung. Die Herausforderer sind zum einen „echte“ Amps und Cabs, und wo es um gemeinsame Amp-Modelltypen geht auch das Walrus ACS1 und das Strymon Iridium.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

UAFX Ruby

Das Ruby ´63 Pedal hat den AC30 Top Boost als Vorbild, und zwar ein Modell aus dem Jahr 1963, das während der legendären JMI-Ära gebaut wurde. Das Pedal ist aufgebaut wie der Original-Amp, hat drei Kanäle (Brillant, Normal, Vibrato) und den Vox Vibrato/Tremolo-Effekt an Bord. Als Zusatz gibt es eine regelbare Boost-Funktion, bei der man zwischen drei Boost-Charakteristiken auswählen kann: EP-III, Treble Booster oder Clean Boost. Sechs unterschiedliche Cab-Simulationen sind ebenfalls an Bord, dazu eine Room-Funktion, bei der die Raummikrofone zum Cab-Sound hinzugemischt werden können. Einen ausführlichen Test zum UAFX Ruby ´63 Pedal findet ihr hier.

Universal Audio UAFX Ruby '63

Universal Audio UAFX Ruby '63

Kundenbewertung:
(13)

UAFX Dream 65

Das Dream ´65 Pedal widmet sich dem Sound des Fender Deluxe Reverb Amps. Auch hier gibt es einen Vibrato-Effekt, diesmal natürlich dem Fender-Typ entsprechend, der eher mit einem Tremolo (Lautstärkemodulation) zu vergleichen ist. Hinzu kommt die Simulation des im Amp integrierten Federhalls und die Ausstattung an Regelmöglichkeiten mit Volume, Treble und Bass entspricht ebenfalls dem Original. Wie beim Ruby ´63 warten sechs verschiedene Cab-Simulationen, die auf diesen Amptyp abgestimmt sind. Drei Boost-Möglichkeiten (Lead, Stock, D-Tex) sind ebenfalls an Bord. Genaue Informationen findet ihr in unserem Testbericht zum UAFX Dream ´65.

Universal Audio UAFX Dream '65

Universal Audio UAFX Dream '65

Kundenbewertung:
(24)

UAFX Woodrow ´55

Das Woodrow ´55 ist das Pedal zum ältesten Ampmodell, nämlich dem Tweed Deluxe Amp, einem Klassiker aus dem Hause Fender, der 1955 auf den Markt kam und seither eine Menge legendärer Aufnahmen veredelt hat. Der Amp hat lediglich drei Regelmöglichkeiten (Mic Volume, Inst Volume, Tone), und die sind natürlich auch beim Pedal zu finden. Das Ganze zeigt sich sehr detailgetreu, denn die Regler beeinflussen sich entsprechend gegenseitig. Auch hier warten sechs Cab-Simulationen und ein regelbarer Boost in drei Geschmacksrichtungen (KP-3K, Stock, EP-III). Effekte sind keine integriert, dafür aber wieder die Room-Funktion zum Hinzumischen der Raummikrofone zum Cab-Sound. Den ausführlichen Test zum Woodrow ´55 findet ihr hier.

Universal Audio UAFX Woodrow '55

Universal Audio UAFX Woodrow '55

Kundenbewertung:
(2)

Strymon Iridium

Das Strymon Iridium arbeitet mit einem leistungsstarken Shark-Prozessor, die Amp-Sounds sind digitaler Herkunft und der Klang der abgenommenen Lautsprecherboxen wird mit Impulsantworten erzeugt. Bei der Bedienung hat man ganz offensichtlich das Old-School-Konzept umgesetzt, denn hier gibt es Regler zum Einstellen der Sounds und kleine Schalter zur Anwahl der Amp- und Cab-Modelle. Alles völlig überschaubar und ohne zweite Bedienebene editierbar. Wenn ihr mehr Informationen zum Strymon Iridium haben möchtet, dann schaut euch unseren Testbericht dazu an.

Strymon Iridium Amp & IR Cab

Strymon Iridium Amp & IR Cab

Kundenbewertung:
(90)

Walrus Audio ACS1

Das ACS1 ist in Konzeption und Ausstattung nahezu identisch: Digitales Amp-Modeling mit Impulsantworten ist angesagt, es gibt drei Amptypen, die mit verschiedenen Cabs kombiniert werden können. Auch hier wird „analog“ per Regler eingestellt, allerdings hat das ACS1 noch ein paar Features mehr unter der Haube (Dual Amping, Boost). Genauere Informationen erhaltet ihr ebenfalls in unserem Testbericht.

Walrus Audio ACS 1 Amp+Cab Simulator

Walrus Audio ACS 1 Amp+Cab Simulator

Kundenbewertung:
(14)

Audiovergleich Aufbau

Dieser Audiovergleich soll keine 1:1 Gegenüberstellung zwischen Original-Amp und Amp-Modell sein – dazu standen uns auch nicht die originalen Amp-Typen zur Verfügung. Es geht vielmehr darum, einen Eindruck zu bekommen, wie sich der Sound der einzelnen Amp-Modeling-Pedale von der klassischen Amp/Cab/Mikrofon-Variante unterscheidet und ob er auch für amtliche Gitarrenaufnahmen geeignet ist. Daher präsentieren wir euch das Ganze in einem kurzen Band-Arrangement mit Bass und Drums, also so, wie es zum Schluss in der fertigen Aufnahme klingen könnte, zum Teil mit zusätzlichen Effekten aus der DAW.

Fender Deluxe Reverb Style Ampsounds

Erste Station ist der Cleansound im Fender Deluxe Reverb Style. Dazu haben wir das Dream ´65, den Round Amp des Iridium und den Fullerton Amp des ACS1 sowie ein Fender Hot Rod Deluxe IV einander gegenübergestellt. Das ist zwar offensichtlich nicht derselbe Amptyp, auch wenn er die Bezeichnung Deluxe im Namen hat. Aber wie bereits erwähnt, geht es hier darum, ob sich das Signal der Amp-Modeler auch im Mix bei typischen Gitarrensounds gut durchsetzen kann. Der Lautsprecher des Combos wird mit einem Beyer Dynamic M160 Bändchenmikrofon abgenommen. Im ersten Beispiel hört ihr mit den Fingern angeschlagene Akkordkombinationen in einem modernen Pop-Arrangement, in der DAW kommt dann noch ein Pfund Delay und ein atmosphärischer Reverb (Blackhole) dazu. Beim zweiten Beispiel gibts das Gegenteil: staubtrockener Gitarrenton und Funk-Groove mit der Telecaster.

Audio Samples
0:00
Fender Amp – Pop Style (Stratocaster) UAFX Dream ´65 – Pop Style (Stratocaster) Strymon Iridium Round Amp – Pop Style (Stratocaster) Walrus ACS1 Fullerton Amp – Pop Style (Stratocaster) Fender Amp – Funk Style (Telecaster) UAFX Dream ´65 – Funk Style (Telecaster) Strymon Iridium Round Amp – Funk Style (Telecaster) Walrus ACS1 Fullerton Amp – Funk Style (Telecaster)

Vox Style Ampsounds

Weiter geht es mit dem klassischen Vox-Amp-Sound, und hier sind auf der Modeling-Pedalebene das UAFX Ruby ´63, der Chime Amp aus dem Iridium und das Dartford-Modell aus dem ACS1 am Start. Als „richtiger“ Amp ist ein AC15 mit angeschlossenem 1×12 Cab mit Celestion Alnico Blue Speaker im Einsatz, der auch hier mit einem Beyer Dynamic M160 abgenommen wird. Im ersten Beispiel hört ihr einen typischen Vox-Crunchsound mit der Tele im Bluesrock-Style, beim zweiten Beispiel stand das Klanggebilde von The Edge Pate. Hier wurden in der DAW zwei Korg SDD-3000 Delays (UAD Plug-In) hinzugefügt.

Audio Samples
0:00
Vox Amp – Blues Crunch (Telecaster) UAFX Ruby ´65 – Blues Crunch (Telecaster) Strymon Iridium Chime Amp – Blues Crunch (Telecaster) Walrus ACS1 Dartford Amp – Blues Crunch (Telecaster) Vox Amp – Irish Delay (Stratocaster) UAFX Ruby ´65 – Irish Delay (Stratocaster) Strymon Iridium Chime Amp – Irish Delay (Stratocaster) Walrus ACS1 Dartford Amp – Irish Delay (Stratocaster)

Tweed Deluxe Style Ampsounds

Die dritte Kategorie sind die Sounds des Tweed Deluxe. In dieser Disziplin stellen Strymon Iridium und Walrus ACS1 kein Amp-Modell zur Verfügung, stattdessen widmen sie sich den Marshall-Sounds. Daher gibt es hier nur den Vergleich des UAFX Woodrow ´55 Pedals mit einem handverdrahteten Tweed Deluxe Klon, der mit einer Original 5E3 Schaltung bestückt ist. Der Amp läuft über das 1×12 Cab mit Alnico Blue Speaker, das mit einem Beyer Dynamic M160 abgenommen wird. Im ersten Beispiel geht es mit einer Les Paul gleich zur Sache mit allen Reglern auf Rechtsanschlag. Den Solopart übernimmt dann eine Les Paul Melody Maker, wobei dann noch ein Nobels ODR-1 zwischen Gitarre und Amp geschaltet ist. Das Gleiche gilt für den Lead-Part im zweiten Beispiel. Beim Rhythmus-Part ist der Sound eher clean und die Tele ist im Einsatz.

Audio Samples
0:00
Tweed Amp – High Gain (Les Paul, Les Paul Melody Maker) UAFX Woodrow ´55 – High Gain (Les Paul, Les Paul Melody Maker) Tweed Amp – Low Gain (Telecaster, Les Paul Melody Maker) UAFX Woodrow ´55 – Low Gain (Telecaster, Les Paul Melody Maker)

FAZIT

Die Soundunterschiede zwischen UAFX Ruby/Dream/Woodrow, dem Strymon Iridium, dem Walrus Audio ACS1 sowie den mikrofonierten Amps/Cabs sind auf jeden Fall klar hörbar, was zum Teil auch an den unterschiedlichen Amp-Modellen und ihrem charakteristischen Klang liegt. Aber die Frage, ob man die Pedale für amtliche Aufnahmen einsetzen kann und sie sich gegen Bass und Drums im Mix durchsetzen, kann ich mit einem klaren Ja beantworten. Für mein Empfinden kommen die Pedale zwar nicht hundertprozentig an die Substanz der Röhrenamp/Cab-Sounds heran, was sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn man in der DAW den Sound noch etwas mit einem EQ verbiegen möchte. Dort bietet das mikrofonierte Signal eine bessere Grundlage. Aber dabei bewegen wir uns schon im Bereich der letzten zehn Prozent. Will man hundert Prozent mit einem mikrofonierten Amp erreichen, sind erhebliche Kosten und Aufwand nötig: Amp, Cab, Mikrofon, schallisolierter Raum, freundliche Nachbarn … So gesehen sind die Pedale im kompakten Format für ca. 400 Euro eine gute und preisgünstige Alternative. Was ihre Qualität anbetrifft, gibt es meiner Ansicht nach kein besser oder schlechter, sie klingen etwas unterschiedlich und letztendlich muss der User selbst nach seinen klanglichen Vorstellungen entscheiden. Das ACS1 hat einen schlankeren Ton, der trocken angespielt zwar etwas dünn klingen mag, sich aber beim Aufnehmen schneller in einen Mix einbetten lässt. ACS1 und Iridium sind mit drei integrierten Amp-Modellen etwas variabler, die UAFX-Pedale sind meines Erachtens mit ihrer Fokussierung auf den einen Amp-Typ noch etwas detailgetreuer am Original. Dafür hat man aber zum ähnlichen Preis nur ein Ampmodell zur Verfügung. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider immer noch nicht 🙂

Hot or Not
?
Audiovergleich Gitarrenequipment UAFX Walrus Strymon Tube Amps Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Thomas Dill

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Audiovergleich Gitarrenequipment

Feature

Wie klingt eigentlich ein Original im Vergleich zu einer preiswerten Kopie? Unsere Reihe Audiovergleich Gitarrenequipment geht dieser Frage auf den Grund.

Audiovergleich Gitarrenequipment Artikelbild

In dieser Reihe wollen wir uns mit Equipment beschäftigen, das einen gewissen Kultstatus erreicht hat und aus diesem Grund Mitbewerber zu Kopien inspiriert, die meist zu einem günstigeren Kurs angeboten werden. Die Frage, ob es legitim ist, Originale zu kopieren und sich auf diese Weise teure und ambitionierte Entwicklungsarbeit zu sparen, können wir hier ebenso wenig klären wie die Frage, ob mehre hundert Euro für ein Verzerrerpedal gerechtfertigt sind.

Audiovergleich - Fender Jaguar 1966 vs. Fender Jazzmaster 1966

Gitarre / Feature

Fender Jaguar und Jazzmaster sind E-Gitarren, die vom frühen Rock über Surf bis Punk stilprägend waren. Wir haben zwei 1966er Originale miteinander verglichen.

Audiovergleich - Fender Jaguar 1966 vs. Fender Jazzmaster 1966 Artikelbild

Gegenstand unsers aktuellen Audiovergleichs sind diesmal E-Gitarren aus dem Jahre 1966, nämlich eine Fender Jaguar, der wir eine Fender Jazzmaster gegenüberstellen. Auch wenn die Jaguar und die Jazzmaster unterschiedliche Namen tragen, besitzen sie doch einige Gemeinsamkeiten, wie z.B. die Bestückung mit zwei Tonabnehmern, die typische Korpusform, eine ähnliche Schaltung und ein Erlekorpus mit Ahornhals und Palisandergriffbrett.

Audiovergleich - Gibson ES-335, ES-345, ES-355

Gitarre / Feature

Gleich drei originale Gibson ES-Gitarren aus den frühen Sechzigerjahren stehen zum Vergleich bereit. Echte Vintage-Leckerbissen für jeden Gitarren-Gourmet.

Audiovergleich - Gibson ES-335, ES-345, ES-355 Artikelbild

In diesem Audiovergleich haben wir wieder drei Vintage-Gitarren aus dem Hause Gibson gegeneinander antreten lassen. Bei unserem Besuch im Guitarpoint in Maintal, einem der führenden Läden für Vintage-Gitarren, haben wir gleich drei ES-Modelle im direkten Vergleich: Eine ES-335 TDSC - Baujahr 1964 in Cherry Red mit Factory Bigsby und zwei Humbuckern, eine ES-345 TD Stereo in einem schönen Sunburst-Finish mit zwei Humbuckern und Tune-O-Matic Bridge. Die Letzte in der Runde ist eine ES-355 TDSV von 1961, ebenfalls in Cherry Red und mit Bigsby Tremolo. Dieses Instrument ist mit Original PAF-Humbuckern bestückt.

Audiovergleich - Strymon Iridium vs. Walrus Audio ACS1 vs. Amps & Cabs

Gitarre / Feature

Wie schlägt sich ein digitaler Amp-Modeler im Vergleich mit der analogen Realität? Wir lassen das Strymon Iridium und das Walrus Audio ACS1 gegen drei Amp/Cab-Klassiker antreten.

Audiovergleich - Strymon Iridium vs. Walrus Audio ACS1 vs. Amps & Cabs Artikelbild

Mit dem Strymon Iridium hat der amerikanische Hersteller einen sehr guten Amp-Modeler im Programm, der sich ausschließlich der digitalen Nachbildung dreier Amp-Klassiker widmet, dem Fender Deluxe Reverb, dem Vox AC30 und dem Marshall Plexi. Ähnlich sieht es beim Walrus Audio ACS1 aus, auch hier werden Deluxe Reverb und AC30 in digitaler Form angeboten, beim Marshall ist ein gemodelter Bluesbreaker Combo im Einsatz.In unserem Test konnten beide Pedale klar überzeugen, denn sie liefern Amp-Modeling-Sounds

Bonedo YouTube
  • MXR Duke of Tone - Sound Demo (no talking)
  • Epiphone Power Players SG - Sound Demo (no talking)
  • MXR Super Badass Dynamic O.D. - Sound Demo (no talking)