Ein Stingray mit eingebauter Darkglass-Zerre – das klingt nach einer spannenden Kombination! Beim DarkRay hat Ernie Ball / Music Man die klassische Stingray-Plattform mit der Distortion-Expertise von Darkglass Electronics kombiniert und dem Bass einfach die allseits bekannte Alpha/Omega-Schaltung spendiert. Drei Modi – Clean, Alpha und Omega – sorgen für eine ordentliche Bandbreite, vom klassischen Stingray-Sound bis hin zu fetten modernen Zerrsounds. Der DarkRay Gold Bar, der uns für diesen Test vorliegt, ist die viersaitige Version dieses Konzepts und basiert auf dem Stingray Special 4. Er entspricht weitgehend dem von uns bereits getesteten DarkRay 5, kommt mit geröstetem Ahorn-Griffbrett und dem auffälligen „Gold Bar“-Finish.

- sehr eigenständiges Konzept mit echtem Alleinstellungsmerkmal
- sehr hoher Spielkomfort und perfekte Ergonomie
- Darkglass-Elektronik mit enormer Bandbreite von Distortion-Sounds
- erstklassige Verarbeitung
- hochwertiges Mono-Case
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Welchen ersten Eindruck vermittelt der Music Man DarkRay Gold Bar?
Ich fand die Optik des fünfsaitigen DarkRay in „Plasma Purple“, den wir vor einiger Zeit getestet haben, schon ziemlich extravagant und auffällig. Unser heutiger Testkandidat mit der extrem stark glitzernden Goldlackierung ist allerdings noch mal eine Spur krasser. Ich sag mal so: Das ist sicher kein Bass für jedermann, und man muss es schon auch tragen können.
Apropos tragen: Music Man liefert die Bässe seit einigen Jahren in hochwertigen und extrem leichten Mono-Softcases aus, mit denen sich die Instrumente ausgesprochen angenehm und gleichzeitig gut geschützt transportieren lassen. Der Bass liegt sicher in einer passgenauen, mit Plüsch ausgekleideten Form und kann im Inneren nicht verrutschen, während das Case insgesamt einen sehr stabilen Eindruck macht.
Eine großzügige Fronttasche bietet zudem ausreichend Platz für Zubehör. Daumen hoch, dass Music Man auf diesen beliebten Hersteller setzt! Im Case finden sich neben dem Instrument das typische Music-Man-Stoffsäckchen mit Einstellwerkzeug sowie eine kurze Anleitung zur Elektronik.
Aus welchen Hölzern und welcher Hardware besteht der Music Man DarkRay Gold Bar?
Beim Blick auf die Konstruktion des DarkRay zeigt sich ein typischer Mix aus bewährten Music-Man-Zutaten: Dementsprechend nennt der Hersteller für den Korpus, genau wie beim Stingray Special, lediglich „Select Hardwood“ – ob es altbewährte Esche oder irgendein anderes Holz ist, bleibt also leider im Dunkeln.
Der Hals besteht aus geröstetem Ahorn und besitzt das für die StingRay-Special-Modelle charakteristische Öl-/Wachs-Finish auf der Rückseite. Dies sorgt für eine sehr angenehme, geschmeidige Haptik und fühlt sich beim Spielen einfach gut an, wie ich finde. Beim DarkRay Gold Bar besteht darüber hinaus auch das Griffbrett aus geröstetem Ahorn, wodurch die gesamte Halskonstruktion optisch sehr einheitlich wirkt. 22 Edelstahlbünde und die klassischen runden Dots auf Griffbrett und Halskante komplettieren die Konstruktion.
Verschraubt wird der Hals mit fünf Schrauben, wobei eine mattschwarze Metallplatte die Verbindung zum Korpus abdeckt. Neben dem Music-Man-Schriftzug findet sich darauf auch das Darkglass-Logo – ein Hinweis auf die ungewöhnliche Elektronik, die in diesem Stingray steckt. Wiederum typisch für Music Man ist das Einstellrad für den Halsstab am Ende des Griffbretts. Für die Justierung der Halskrümmung braucht man allerdings nicht zwingend Spezial-Werkzeug, denn neben dem mitgelieferten Tool funktioniert dafür auch jeder andere passende Gegenstand, der stabil genug ist.
Bei der Hardware bleibt Music Man auf bekanntem Terrain: Auf der kompakten Kopfplatte sitzen in typischer 3:1-Anordnung die leichten, offenen Music-Man-Mechaniken sowie ein runder Saitenniederhalter für die A- und D-Saite. Am anderen Ende werden die Saiten von der klassischen Music-Man-Stahlbrücke aufgenommen, welche die üblichen Einstellmöglichkeiten für Intonation und Saitenlage bietet. Die Saiten müssen bei dieser Konstruktion nach wie vor von hinten durch die Brücke gefädelt werden – das ist leider etwas umständlich und dürfte gerne mal ein Update vertragen!
Mit was für Pickups und welcher Elektronik ist der Music Man DarkRay Gold Bar ausgestattet?
Wirklich deutlich unterscheidet sich der DarkRay vom Standardmodell beim Blick auf Tonabnehmer und Elektronik. Allerdings nicht so sehr beim Pickup, der hier lediglich optisch angepasst wurde. Zum Einsatz kommt der bekannte Neodym-Humbucker, der aber beim DarkRay mit abgedunkelten Polepieces ausgestattet ist. Das passt natürlich perfekt zum gesamten Erscheinungsbild des Basses inklusive schwarzer Hardware und Pickguard.
Die Elektronik entstand in Zusammenarbeit mit der finnischen Amp- und Pedalschmiede Darkglass und beschert dem DarkRay komplett neue Klangmöglichkeiten und einen etwas „gefährlichen“ Charakter. Herzstück ist ein speziell entwickelter Zweiband-EQ in Kombination mit der bekannten Alpha/Omega-Distortion-Schaltung, die gleich zwei unterschiedliche Zerrcharaktere liefert: Über einen Dreiweg-Schalter im „Cockpit“ des Basses wählt man zwischen Clean, Alpha und Omega. Die Humbucker-Spulen arbeiten dabei in allen Modi im parallelen Betrieb.
Darunter sitzen insgesamt fünf Regler: Volume sowie Bass und Treble greifen immer, unabhängig vom gewählten Modus. Hinzu kommen ein Gain-Regler für die Intensität der Zerre sowie ein Blend-Regler, mit dem sich das Verhältnis zwischen cleanem und verzerrtem Signal stufenlos mischen lässt – ganz so, wie man es von den Darkglass-Pedalen kennt.
Ein schönes Detail ist der beleuchtete Ring um den Gain-Regler: Er leuchtet blau im Omega-Modus und rot bei aktivierter Alpha-Zerre. Das sieht nicht nur ziemlich cool aus, sondern sorgt auch auf dunklen Bühnen für gute Orientierung. Der Preamp arbeitet mit 18 Volt Betriebsspannung, die über zwei 9-Volt-Blöcke bereitgestellt wird. Diese sitzen gut zugänglich in einem Klappfach auf der Rückseite des Bodies.
In Sachen Verarbeitung habe ich bei Music-Man-Bässen bisher kaum Enttäuschungen erlebt, und auch der DarkRay Gold Bar passt wunderbar ins Bild: Der Hals wurde perfekt eingepasst, die Lackierung ist absolut sauber und prinzipiell wirkt einfach alles an meinem Testbass solide und akkurat.









