Image-Line FL Studio 21 All Plugins Edition Test

Auch in der größten Version FL Studio 21 All Plugins Edition kommt man in den Genuss der neuen Features, wie automatische Crossfades, den neuen Browser und Themes. Dazu ist der algorithmische Reverb LuxeVerb neu dabei. Wie dieser klingt und welche der Instrumente im größten DAW-Bundle am besten sind, haben wir getestet.

DAW FL Studio 21 All Plugin Edition

Die großen DAW-Bundles, beispielsweise Ableton Live, Cubase Pro, Studio One Professional, und eben auch FL Studio 21 All Plugins Bundle richten sich von Umfang und Preis her am ehesten an alle die, die das Produzieren beruflich ausüben. Vor allem zusätzliche Sounds und Instrumente machen sie aus.

HIGHLIGHTS: Das Wichtigste in Kürze

  • Neuer Browser beschleunigt den Workflow mit Samples und Presets
  • Themes bringen eigene Farbschemata in FL
  • Automatische Crossfades und Clip Gain vereinfachen Audiobearbeitung 
  • LuxeVerb Effekt klingt hervorragend und bringt moderne Features
  • Zusätzliche Instrumente eher nischig

Wie steht das Maximalpaket FL da im Vergleich da? Und was bringen die neuen Features wie Crossfades oder Themes? Wie macht sich außerdem der neue Edelhall Luxeverb, den es nur in dieser Ausführung gibt? 

DETAILS & PRAXIS

FL Studio 21 All Plugins Edition im Vergleich

Vier Versionen vom FL bietet Image-Line an:

Da ist die Fruity Edition, die sich an Einsteiger richtet und die ohne Möglichkeiten für Audioaufnahme und -bearbeitung kommt.

Die Producer Edition ist vom Funktionsumfang her bereits identisch mit den beiden Versionen darüber, ihr fehlen aber einige wichtige Instrumente und Effekte.

Das Signature Bundle hat mit 99 Instrumenten acht Instrumente mehr als die Producer Edition. Darunter sind wichtige Producer-Tools wie Gross Beat für rhythmische Multieffekte und Newtone/Pitcher als Melodyne/Auto-Tune-Ersatz. 

Online-Shop für FL Studio auf image-line.com
Das FL-Team: Fruity Edition, Producer Edition, Signature Bundle und All Plugins Edition.

Und dann gibt es eben die vollumfassende All Plugins Edition mit satten 111 Instrumenten und Effekten. Vor allem bei den Instrumenten gibt es hier einige sehr ungewöhnliche und spannende Synthesizer. 

Software-Instrument Drumaxx in der DAW FL Studio
Auch das Physical-Modelling-Instrument Drumaxx gibt es nur in dieser Version.

Installation und erste Schritte

FL macht es leicht mit dem Installieren. Eine Setup-Datei gibt es für alle vier Versionen. Nach dem Freischalten über die Eingabe der Account-Daten geht es direkt los. Als erstes lade ich direkt im neuen Browser Sounds und Presets herunter, früher gab es dafür ein separates Tool.

Datei-Browser in der DAW FL Studio 21
Hier auf der Website von FL wird immer die neuste Version der DAW zum Download zur Verfügung gestellt.

Auf den ersten Blick gleich die Oberfläche dem Vorgänger. Erst auf den zweiten Blick werden jedoch auch einige Unterschiede deutlich. So gibt es jetzt direkt in der Playlist die Möglichkeit, Spuren mit Instrumenten und Audiospuren zu erzeugen, ein kleines Plus-Zeichen an der linken Ecke deutet darauf hin. Passen wir die DAW, was Farben und Menüsprache betrifft, doch etwas an. 

Menü zum Freischalten der DAW FL Studio
Hier gibt man seine Account-Daten von Image-Line ein.

FL kann (fast) Deutsch und erstrahlt in deinen Farben

Theming gab es schon zu Zeiten von Windows XP. Das individuelle Einfärben von Menüs, Schaltflächen und mehr hat also eine lange Tradition. Hier hat nun auch FL Studio nachgelegt und bringt aus dem Stand 17 Themes mit. Auch kann man eigene Themes erzeugen und weitere im Forum von Image-Line herunterladen.

FL Studio DAW mit rotschwarzem Farbschema
FL im blutroten User-Theme „blood red theme“.

Dazu kann die DAW jetzt Deutsch. Das bringt die Software viel mehr Menschen näher, denen es mangels Englischkenntnissen bisher nicht möglich war – toll!

Audioeffekt Maximus in FL Studio 21
Die bunte Mischung aus deutschen und englischen Beschriftungen findet man in FL 21 in fast jedem Instrument.

Nicht so toll ist die teilweise noch sehr lückenhafte Umsetzung. Ganze Menübereiche sind noch auf Englisch, in manchen Instrumenten und Effekten gibt es Teile in der einen, Teile in der anderen Sprache. Als Minuspunkt wie in den Tests der Fruity Edition und der Producer Edition will ich das nicht schon wieder werten. 

Neuer Browser, Crossfades und Clip Gain

Da sich die neuen Features von Producer Edition, Signature Bundle und All Plugins Edition gleichen und ich auf viele der neuen Features in den anderen Tests bereits eingegangen bin, reiße ich diese hier nur kurz an.

Zwei Audioclips mit Wellenformen und ein Crossfade in der DAW FL Studio
Schiebt man zwei Audioclips aufeinander, erzeugt FL nun automatisch Crossfades, um Knacksgeräusche zu vermeiden.

Die Clip-Gain- und Crossfade-Funktionen in der Playlist sind ein gewaltiger Schritt in die Richtung eines Workflows mit Audio in FL, wie es bisher in der Geschwindigkeit nur mit MIDI möglich war.

Und ich bin großer Fan der Tabs im Browser. Diese kann man als Schnellzugriffe zu einzelnen Ordnern setzen und ihnen weitere Ordner hinzufügen. Alle Kick-Ordner in einem Tab! Auch durch Tags, also Keywords, kann man Daten einfacher verwalten und sie schnell wiederfinden.

Das klappt am besten, wenn man es konsequent einsetzt und erst einmal etwas Zeit darauf verwendet, genug Dateien mit Tags zu versehen.

Neuer Datei-Browser in FL Studio
Alle meine Kick-Ordner in einem Tab im Browser versammelt.

Die Instrumente in der FL Studio 21 All Plugins Edition 

Die 10 Instrumente der FL Studio 21 All Plugins Edition sind die Stars dieser Version. Alle im Detail zu testen, würde den Rahmen jedes Reviews sprengen, deswegen hier meine Highlights.

Allein über Harmor könnte man ein ganzes Sounddesign-Buch schreiben. Eigene Samples und sogar Bilder (!) zu resynthtetisieren, mit additiver Synthese Sounds zu erzeugen, die man sonst kaum aus Synthesizern zu hören bekommt …  allein dafür lohnt sich All Plugins schon! 

Software-Synthesizer Harmor in FL Studio
Harmor kann sogar Bilder in Töne umwandeln!
Audio Samples
0:00
01. 3 Harmor Presets 02. 3 Sakura Presets 03. Transistor Bass Presets mit Beat

Auch das Physical-Modeling-Instrument Sakura hat inspirierende Saiten-Sounds noch und nöcher dabei. Hat man ein einigermaßen Velocity-sensitives Keyboard, kommen aus Sakura dazu äußerst realistisch klingende Zupf- und Streichsounds. 

FL Studio DAW mit Instrument Sakura
Sakura modelliert fernöstliche Saiten- und Blasinstrumente.

Die TB-303-Emulation Transistor Bass möchte ich nicht unerwähnt lassen. Hier Acid-typische Sequencen mit Acid-Zutaten wie Glides und Accents zu programmieren, macht ordentlich Laune und kommt dem Original ziemlich nahe. 

Playlist-Bereich der DAW FL Studio-
Knarzt fast so schön wie das Original: Der Transistor Bass

Shifter und Transient Processor

In der FL Studio 21 All Plugins Edition sind zwei Audioeffekte dabei: Pitch Shifter und Transient Designer. Mit Pitch Shifter lässt sich die Tonhöhe jeglichen Audiomaterials in Echtzeit verändern. Was unspektakulär klingt, ist tatsächlich eine technisch sehr aufwändige Geschichte. Pitch Shifter bringt zwei Algorithmen zur Tonhöhenveränderung mit: einen für Vocals und einen für Musik. 

Audioeffekt Pitch Shifter in FL Studio
Pitch Shifter bietet zwei Modi: einen separaten für Vocals und einen für alle anderen Instrumente ohne Formantenkorrektur.

Beide kann man beispielsweise dafür nutzen, einen ganzen Song oder eine Gesangsspur kurzerhand um ein oder zwei Halbtöne zu transponieren. Für die Änderung von Vocals bringt Pitch Shifter dazu eine separate Verschiebung der Formanten mit, wie man es von Soundtoys Little Alterboy kennt. 

FL Studio 21 mit Audioeffekt Transient Processor 
Mit dem Transient Processor lassen sich Drums sehr leicht knackiger drehen.

Transient Processor ist genau das, ein Transientendesigner. Er unterscheidet sich von Kompressoren bei der Bearbeitung der Dynamik von Drums dadurch, dass er die Veränderung pegelunabhängig durchführen. So kann man auch sehr dynamische Drumloops noch sehr einheitlich bearbeiten. 

Der neue Reverb Luxeverb verbindet Achtziger-Sound mit modernen Features

LuxeVerb klingt wie er heißt: luxuriös. Derart cremige Hallfahnen, die nie spitz, überbordend oder zu metallisch klingen, kennt man vielleicht noch aus Valhalla Vintage Verb oder dem Original von Relab. Dazu bringt der algorithmische Hall aber einige Features mit, die ihn von der erwähnten Konkurrenz absetzen.

Menü zum Kopieren und Einfügen in der DAW FL Studio.
Durch den Envelope Follower in LuxeVerb sind Effekte wie ein Gated Reverb leicht erzeugt.

Ein Shimmer-Modul, in dem die Hallfahne um eine Oktave hochgepitcht wird, steckt genauso drin wie eine Freeze-Funktion und eine Erweiterung davon – Sustain.

Hier wird die Hallfahne auch eingefroren, aber eintreffendes Audiomaterial triggert den Freeze erneut. Und ein Envelope Follower ist dabei. Der moduliert, basierend auf der Lautstärke des Eingangssignals, entweder den Hallanteil oder die Hallzeit. Damit sind mit nur einem Klick zum Beispiel Gated Reverb Effekte möglich. 

Audio Samples
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04. Piano Melodie 05. Piano Melodie mit LuxeVerb 06. Drumbeat aus der LinnDrum 07. Drumbeat aus der LinnDrum mit Gated Reverb von LuxeVerb

FAZIT – Image-Line FL Studio 21 All Plugins Edition Test

Die größte Version FL Studio 21 All Plugins Edition steht im Vergleich zur Konkurrenz sehr gut da. Egal ob es Filmmusik, Beats, Ambientstücke oder Popproduktionen sein sollen, in diesem Bundle ist wirklich für alles etwas dabei. Und die neuen Features machen das Arbeiten für eingefleischte FL-User noch schneller.

Man muss bei aller Kreativität aber sagen, dass die 12 Instrumente, die die All Plugins Edition von der 200 Euro günstigeren Signature Edition unterscheidet, größtenteils ziemlich „nischig“ sind. Da hätten es ein zweiter neuer Effekt, vielleicht ein paar vernünftige Orchester-Pakete für Filmmusik oder ein Vocal-Sampler eher getan.  

Features

  • DAW für Windows und macOS
  • Updates auf neue Versionen lebenslang kostenlos 
  • Bis zu drei Freischaltungen (auf drei Rechnern) möglich
  • Aufnehmen und Bearbeiten von Audio und MIDI
  • Patternbasiert
  • Alle Parameter automatisierbar
  • Piano Roll mit mächtigen Features für Modulation, Arpeggios, Akkorde und mehr
  • Edison Editor: Audiobearbeitung, NewTime für Audioquantisierung und NewTone für Tonhöhenkorrektur
  • Als Standalone DAW und als VST-Version nutzbar
  • Mixer mit bis zu 10 Effekten pro Kanal
  • 35 Instrumente
  • 70 Effekte (Neu dabei: Vintage Phaser, Multiband Delay, LuxeVerb)
  • 7 MIDI Generators (Neu dabei: VFX)
  • Systemvoraussetzungen: Ab Windows 8.1 (64 Bit) und macOS 10.13.6, 4 GB RAM, ASIO-kompatibles Audio-Interface (für Windows)
  • PREISE
  • FL Studio All Plugins Bundle: EUR 479,- (Straßenpreis am 01.08.23)
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • LuxeVerb klingt hervorragend und bringt innovative Features 
  • Automatische Crossfades und Clip Gain beschleunigen Audio-Workflow
  • Neuer Browser macht Arbeit mit Sample-Ordnern leichter
  • Harmor bringt ungewöhnliche Sounddesign-Möglichkeiten
Contra
  • Für den Preis eher nischige Instrumente als Zusatz
  • Kaum Analog-Effekte (EQ, Kompressor)
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