Electro-Harmonix Superego Test

Der Electro Harmonix Superego im bonedo-Test  –  Eigentlich gibt es kaum Geräte von Electro Harmonix, die nicht in irgendeiner Weise das Etikett „Kultstatus“ tragen, und das wohl auch nicht ganz zu Unrecht. Um den Mainstream kümmerte sich Mastermind Mike Matthews nie, sondern kochte immer seine eigene Suppe und entwickelte Pedale, die allesamt ihren ganz besonderen Sound und ihren ganz eigenen Charakter mitbringen. Natürlich wird mit dieser Philosophie nicht jeder Spieler glücklich – der eine mag sie, der andere nicht so sehr, aber den individuellen Touch kann man keinem Produkt der Marke absprechen.

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Heute haben wir ein ganz spezielles Teil am Start, das mit dem bescheidenen Namen Superego betitelt ist. Dabei handelt es sich um einen kleinen Bodentreter, der aus unserem Gitarrensignal sustainreiche Synth-Sounds macht. Der Superego sampelt kleine Fragmente des Signals und erzeugt damit sehr spezielle Sounds. Weil es sich nur schwer in Worte fassen lässt, wie das Ganze klingt, könnt ihr es euch im folgenden Test anhören.

Details

Gehäuse/Optik

Unser Kandidat sieht erst einmal recht unspektakulär aus, er kommt in einem unlackierten Konfektions-Druckgussgehäuse mit vier Gummifüßen auf der Unterseite und einem Aufkleber auf der kompletten Oberseite. Dort finden wir einen Dreifach-Minischalter und vier Regler, die für die Einstellung des Sounds zuständig sind. Zum Einschalten des Effekts dient, wie sich das für ein Pedal gehört, selbstverständlich ein Fußschalter und mittig platziert leuchtet die rote Betriebs-LED, wenn der Effekt aktiviert ist. Neben den beiden „normalen“ Anschlüssen an den Seiten (Input, Output) kann unser Kandidat zusätzlich mit Send- und Returnbuchsen aufwarten. Hier können ein oder mehrere Effekte in den Superego eingeschleift werden, um die erzeugten Sounds noch spezieller klingen zu lassen. Für die Energiezufuhr sorgt das mitgelieferte 9V-Netzteil, Batteriebetrieb ist nicht möglich. Selbstverständlich ist das Gerät mit einer Standard 9V-Buchse an der Front ausgestattet und kann deshalb auch mit einem Multi-Netzteil betrieben werden. Der kleine Kasten schluckt allerdings 140 mA Strom, deshalb sollten auf jeden Fall genügend Reserven vorhanden sein.

Fotostrecke: 4 Bilder Superego: bewährtes Metallgehäuse wie bei allen EHX-Tretern

Bedienung

Der Superego wird als Synth Engine beschrieben, aber wer jetzt an einen komplexen Gitarrensynthesizer denkt, der aus dem Gitarrenton ein Klavier oder Vogelgezwitscher macht, liegt komplett daneben. Die Hauptarbeit des Pedals liegt darin, das Gitarrensignal (Einzelton oder Akkord) „einzufrieren“, also zum Beispiel einen Akkord aufzunehmen und gleichzeitig in einer Endlos-Schleife wiederzugeben. Das Ganze hat dadurch dann einen leicht synthetischen Klang, nämlich diesen:

Audio Samples
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Chords

Klingt ganz verdächtig nach den wieder sehr beliebten Seventies-Synth-Sounds, Pink Floyd lassen grüßen.Hierbei habe ich einen G-Moll Dreiklang angeschlagen und dann den Effekt aktiviert, der Akkord klingt dann endlos, wenn ich möchte. Das ist zuerst einmal der noch recht unspektakuläre Basis-Sound, die Funktionsweise würde ich völlig wertungsfrei als „leicht synthetische Tonverlängerung“ bezeichnen.
Mit den vier Reglern wird der Klang eingestellt, aber wenn man es genaunimmt, sind es eigentlich nur zwei, denn mit Dry und Effect bestimmt man die Pegel von Direkt- und Effektsignal.Der linke Regler (Speed/Layer) ist für Ein- und Ausschwingzeit zuständig. Ganz nach links gedreht setzt der Effekt direkt ein und klingt auch nicht lange aus. Dreht man den Regler ganz auf, dauert es einige Zeit, bis der Effekt einsetzt und das Sustain ist wesentlich länger. Mit solchen Einstellungen kann man verschiedene Überlagerungen von Tönen und Akkorden erzeugen.

Fotostrecke: 2 Bilder Spielwiese für Knob-Twiddler: Bedienelemente des EHX Superego

Mit dem Gliss-Regler wird die Geschwindigkeit des Gliss-Effekts eingestellt. Hierbei handelt es sich um den Klang, wenn ein gefrorener Akkord in den anderen gleitet (Gliss). Festgelegt wird also die Dauer dieses Übergangs.
Im Praxisteil werdet ihr einige Beispiele dazu hören, dann wird das Ganze auch etwas verständlicher. Zur Bedienung gibt es drei verschiedene Betriebsmodi, die mit dem kleinen Kippschalter ausgewählt werden können.

Momentary (Schalter in der Mitte)
Der Effekt ist nur aktiv, wenn der Fußschalter gedrückt gehalten wird. Hiermit kann der gespielte Sound praktisch per Fußtritt eingefroren werden.
Latch (Schalter links)
Beim Drücken des Fußschalters ist der Effekt aktiviert, drückt man ihn erneut, klingt der eingefrorene Effektsound weiter. Der Effekt ist erst dann deaktiviert, wenn man den Fußschalter zweimal kurz hintereinander betätigt.
Auto (Schalter rechts)
In den ersten beiden Modes wird der Sustaineffekt per Fußschalter aktiviert, im Auto Mode dagegen läuft das automatisch, jede Note wird mit dem Sustain-Sound versehen. Sie muss nur laut genug gespielt sein, damit der Trigger auslöst. Wenn man nun den Fußschalter gedrückt hält, dann wird der Ton oder Akkord eingefroren und man kann über diesen Klang mit dem normalen Gitarrensignal spielen.

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