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5 Tipps für Slapping im Bandalltag

(Bild: Lars Lehmann)
Inhalte
  1. Sound, Technik, Wirkung beim Slappen
  2. Verführerische Slapbass-Literatur
  3. Slappen in unbequemen Tonarten
  4. Entwickeln eigener Slap-Basslines
  5. Slapbass-Vorbilder und -Songs

Slappen ist cool, Slappen macht Spaß, und mit Slappen können wir Bassisten/innen auch mal etwas Eindruck schinden. Ok, ok, das ist wirklich überhaupt nicht unsere Aufgabe, aber sind wir doch ehrlich ‑ ab und zu das eigene Ego aufpolieren tut doch schon gut! Aus welchen Quellen wir auch immer Slappen gelernt haben ‑ meist sind das ein Lehrer/in, Bücher, DVDs und/oder YouTube ‑ lässt sich allerdings folgendes Phänomen feststellen: Die gelernten Licks und Tricks lassen sich leider nur sehr schwierig in den normalen Bandalltag integrieren!
Der Grund: Gerade mit Sängern/innen oder Bläsern in einem Bandgefüge spielt man kaum in den bekannten “slapfreundlichen” Tonarten E- oder A-Moll, welche die Literatur zu diesem Thema doch sehr dominieren. Und das ist auch gut so, denn hier hat man eine schöne Auswahl an Leersaiten zur Verfügung, die ja ein essentieller Teil des typischen Slapsounds sind (und die das Leben schön einfach machen).
Haben wir aber den Wunsch, auch in Songs unserer eigenen Band ab und zu den Daumen rauszuholen, so müssen wir die Sache wohl oder übel anders angehen. Was tun, wenn der Song in der Tonart Ab-Moll steht? Die Band verlassen? Die Bläser oder Sänger/in feuern? Den Bass jedes Mal umstimmen? Zugegeben, alle drei Optionen würden das Problem lösen, sind in der Praxis aber eher schwer umzusetzen. Einfacher ist es da doch, die Herausforderung einfach anzunehmen und sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Dafür gibt es in diesem Workshop ein paar hilfreiche Tipps.

1. Sound, Technik, Wirkung beim Slappen

Ein Aspekt fällt häufig unter den Tisch: Slappen ist in erster Linie ein SOUND und nicht eine Spieltechnik. Letzteres natürlich auch, aber diese Tatsache ist nur für uns selbst wichtig. Den Song kümmert es herzlich wenig, er möchte nur bestmöglich klingen. Slappen wir, so fügen wir dem Ganzen eine andere Klangfarbe hinzu, und das hat natürlich Auswirkungen auf das Gesamtbild. Deshalb sollte man sich unbedingt die Frage stellen: Macht Slapping den Song wirklich besser? Oder tue ich es eigentlich nur für mich?
Im Vergleich zu Fingerstyle wirkt Slappen drahtiger, knackiger und präsenter. Wir verlieren etwas Low End und gewinnen durch das Schlagen der Saite auf die Bünde eine metallische Komponente und mehr Attack. Das sorgt dafür, dass sich der Bass klanglich etwas in den Vordergrund drängelt und prominenter wirkt. Dies hat wie gesagt Einfluss auf den gesamten Song und gibt ihm ein anderes Feeling. Das sollte man bedenken, wenn man sich dafür entscheidet: Es kann genau das Richtige sein, aber auch nach hinten losgehen. Daher gilt: Ausprobieren und gemeinsam mit den Kollegen entscheiden, was am besten klingt.
>>>In diesem Workshop findest du weiterführende Informationen zum Thema “Finger vs. Slap”!<<<

2. Verführerische Slapbass-Literatur

Ich besitze viele Bücher über Slappen aus mehreren Jahrzehnten und für diesen Workshop habe ich mal in allen die Beispiele gezählt, welche in den Tonarten E oder A stehen – also gespickt mit Leersaiten sind. Die Anzahl liegt bei ca. 85-90%! Diese Zahl erscheint mir doch etwas einseitig und für das reale Leben wenig tauglich. Natürlich klingen Slaplicks mit leeren Saiten super und meist sogar besser, das ist keine Frage. In den genannten Tonarten kann man auch so richtig losbolzen, was tierisch Spaß macht und sicherlich auch mal sein muss. Häufig klingen diese so ähnlich wie in dem folgenden Klangbeispiel.

Audio Samples
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Typisches Slapbass-Klangbeispiel in E-Moll

Das wirkt doch sehr vertraut, oder? Auch klingen und funktionieren viele spektakuläre Techniken besser mit Leersaiten, wie z.B. der “Left Hand Slap” oder der “Open Hammer Pluck”. Hier sind ein paar Beispiele dazu:

Die mechanischen bzw. technischen Abläufe beim Slapping lassen sich anhand solcher Licks gut erklären und auch üben. Zudem klingen sie zu Hause oder bei einem Solo auch beeindruckend. Das ist auf der einen Seite schön, denn einfach Spaß haben ist natürlich zentraler Bestandteil von Musik. Auf der anderen Seite ist es auch verführerisch: Gerne lässt man hierbei die Tatsache aus dem Auge, dass es da draußen auch noch andere Tonarten mit wenig bis keinen Leersaiten gibt. Das sollte man auch schon beim Üben und der Auswahl der Informationsquellen im Auge behalten – vorausgesetzt, man möchte eigene Slapgrooves zu eigenen Songs kreieren!
>>>Du möchtest noch mehr Input zum Thema “Slap-Bass?” Dann schnell hier klicken!<<<

3. Slappen in unbequemen Tonarten

In anderen Tonarten als E und A reduziert sich die Slaptechnik hauptsächlich auf die drei Elemente Thumb (Daumen), Pluck (Reißen der Saite mit Zeigefinger) und Dead Notes (perkussive Noten ohne Tonhöhe, entweder mit Thumb oder Pluck). Das klingt erst einmal negativ, ist es aber überhaupt nicht. Meist führt die Reduktion auf wenige Elemente zu einem musikalischeren Ergebnis.
Und: Wir können uns auf das konzentrieren, was ich eingangs erwähnte: Slappen ist in erster Linie ein Sound! Wir schlagen die Saiten anders an als mit Wechselschlag, was ergibt zwangsläufig ein anderes Klangbild.
Hier ist ein langsamer R&B-Song, mit den “fiesen” Akkorden Bb-Moll7 (Töne: Bb, Db, F, Ab), Ab maj7 (Töne: Ab, C, Eb, G) und Gb maj7 (Töne: Gb, Bb, Db, F). Oha, das klingt ganz nach dem Slap-SuperGAU. Im PDF findet ihr den genauen Ablauf.
>>>Du interessierst dich für Harmonielehre? In diesem Workshop gibt es “5 Tipps für harmonisch interessantere Basslines”!<<<
Ich habe euch ein Beispiel mit den drei oben genannten Elementen der Slaptechnik aufgenommen. Der erste Teil meiner Bassline ist sehr luftig und einfach gehalten, hier bleibt die Harmonie auch statisch auf dem Bb-Moll7-Akkord. Im zweiten Teil wechseln die Akkorde taktweise zwischen Ab maj7 und Gb maj7. Dafür habe ich einen melodischen und dichteren Ansatz gewählt, um eine dynamische Steigerung zu erzielen. Es ist eine “Brot und Butter”-Bassline, die aber solide den Job erfüllt. Dennoch ist der Bass aufgrund der Slaptechnik sehr prominent im Klangbild und drängt den Song in eine bestimmte Richtung.

Wie stark der Song davon beeinflusst wird, zeigt das folgende Beispiel. Hier habe ich einen dumpfen Basssound mit wenig Attack gewählt. Gitarre und Keyboard sind dadurch deutlich prominenter und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Der ganze Song wirkt vollkommen anders:

4. Entwickeln eigener Slap-Basslines

Ehe wir auf diesen Punkt näher eingehen, hört euch zunächst das folgende Playback an:

Der erste Schritt ist, dieses so oft wie möglich ohne Instrument anzuhören. Versuche die wichtigen Akzente der Drums (vor allem Bassdrum und Snare) zu verinnerlichen. Bei diesem Medium-Tempo-R’n’B ist es ratsam, die wichtigsten Schläge der Bassdrum mitzuspielen. Ab und zu kann man noch ein kleines Highlight setzen, z.B. mit einem angerissenen Ton.
Es klingt auch immer funky, wenn man den Backbeat (Zählzeit 2 und 4, Snaredrum) freilässt, das ist aber sicher Geschmackssache. Ich habe dir als Hilfe den rudimentären Drumgroove notiert. Versuche aber zuerst, diesen über die Ohren aufzusaugen:

Als Tonmaterial für unsere Bassline soll uns die Pentatonik der jeweiligen Akkorde für heute ausreichen, d. h. für den Akkord Bb-Moll die Bb-Moll-Pentatonik, für Abmaj7 die Ab-Dur-Pentatonik, und für Gbmaj7 die Gb-Dur-Pentatonik. Alle drei habe ich dir hier notiert:

Die Pentatonik klingt zum einen authentisch für Slapgrooves, zum anderen ist sie im Vergleich zu einer Tonleiter an sich schon melodisch spannender.
Als letzte Aufgabe wäre da noch die Dynamik des Songs. Versuche einmal, Teil 1 und Teil 2 voneinander abzuheben, sodass eine Steigerung entsteht. Dies kann durch eine veränderte Rhythmik, Melodik und/oder die Anzahl der Töne sein, die du spielst. Versuche, so viele verschiedene Varianten wie möglich zu finden. Als Orientierung für die angesprochenen Punkte kann dir die Bassline meines Beispiels dienen – oder noch besser: die folgenden Bassisten und Songs.

5. Slapbass-Vorbilder und -Songs

Wie bei allem, was man lernt, sind Vorbilder eine großartige Quelle für eigene Ideen. Und da kommen wir schnell zu den üblichen Verdächtigen: Marcus Miller hatte vor seiner Solokarriere schon eine lange und erfolgreiche Geschichte als Sideman und spielte auf zahllosen Platten mit den unterschiedlichsten Künstlern. Einer davon ist die Soul- und R&B-Legende Luther Vandross, ein anderer der Alt-Saxophonist David Sanborn. Dies sind zwar nur zwei, aber dafür findet man hier bereits Lehrmaterial für mehrere Leben. Hier jeweils ein Beispiel:

Luther Vandross – “Sugar And Spice” (G-Moll), Main Riff

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David Sanborn – “Slam” (A-Moll-Bassline, aber ohne Leersaiten), Main Riff

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Michael Jackson – “Get On The Floor” (G-Moll), Main Riff, Vers

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Graham Central Station – “Can You Handle It” (C-Dur), Main Riff

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Prince – “D.M.S.R.” (C#-Moll), Main Riff

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Prince – “Stare” (E-Moll), Main Riff

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Level 42 – “Heaven In My Hands” (D-Moll), Main Riff

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Natürlich gibt es noch haufenweise weitere Songs, aber diese Auswahl soll als Inspiration für den Anfang ausreichen.
Viel Spaß und bis zum nächsten Mal! Euer Thomas Meinlschmidt

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von Thomas Meinlschmidt

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