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Vinylpflege: Schallplatten richtig reinigen

Vinylpflege – Schallplatten-Liebhaber wissen: Vinyl ist empfindlich. Nicht nur dass Temperaturen wie in heißen Sommern sehr gefährlich dafür werden können – auch Feuchtigkeit, Staub und Schmutz setzen den (meistens) schwarzen Scheiben zu. Mit sorgsamen Umgang und der richtigen Lagerung (wie in diesem Artikel besprochen) könnt ihr schon Schlimmeres verhindern.

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Manchmal kommt ihr allerdings nicht darum herum, ein paar Platten eine ordentliche Wäsche zu verpassen. Gerade dann, wenn es auf der letzten Party oder im Club mal wieder besonders wild zuging oder ein Schatz aus einer Trödelkiste geborgen wurde – mit den richtigen Kniffen bekommt ihr diese wieder zum Glänzen und Wohlklingen.

Inhalte

  1. Warum sollte man Schallplatten überhaupt reinigen?
  2. Plattenwaschmaschinen auf thomann.de
  3. Wie nützlich ist ein Platten-Waschgerät?
  4. Kann man Vinyl nicht einfach mit Wasser abwaschen?
  5. Welche Hilfsmittel gibt es für die Plattenreinigung?
  6. So macht man kostengünstig sein eigenes Reinigungsfluid
  7. So macht man auf dem Plattenspieler rotierende Platten schnell sauber

Vinyl Schallplatten richtig reinigen Quick Facts

Schallplatten reinigen ist sehr sinnvoll, denn verschmutztes Vinyl kann den Klang stark beeinflussen und ist auch für die Nadel nicht gut. Mit wenigen Utensilien kann man sich jedoch gut selbst helfen. Fusselfreie Tücher aus Mikrofaser schonen den Tonträger, mit einem Reinigungsfluid und einer weichen Carbonbürste entfernt man schnell und effizient Verunreinigungen. Mit destilliertem Wasser und ein bisschen Isopropanol kann man kostengünstig sein eigenes Reinigungsfluid herstellen und damit die Platten auch antistatisch machen. Hier findet ihr unsere Hinweise und Tipps zum Thema Schallplatten reinigen.

Schallplatten verschmutzen mit der Zeit…

Das lässt sich kaum verhindern. Mit sachgemäßem Umgang kann man dafür sorgen, dass die guten Stücke lange erhalten bleiben und möglichst gut geschützt werden. Aber die Gefahren lauern überall. Bei regelmäßigem Gebrauch neigen die Scheiben dazu, sich statisch aufzuladen und wie ein Magnet Staub anzuziehen. Beim Einsatz im Nachtleben ist das empfindliche Vinyl unter Umständen Rauch und Spritzern von Getränken ausgesetzt. Fettige Fingerabdrücke – ob vermeidbar oder nicht – sind ebenfalls nicht gerade ein schöner Anblick und Klebstoff für Staub. Wer ernsthaft Platten sammelt, kauft früher oder später gebrauchtes Vinyl. Nicht immer ist das vielleicht lange gesuchte Stück bei einem Fund in der Trödelkiste in dem Zustand, den man sich wünscht.

Machen wir uns also nichts vor, es kommt der Augenblick, wo die ein oder andere Scheibe eine Wäsche benötigt. Das großartige daran ist, dass „Plattenputzen“ durchaus kleine Wunder erreichen kann. Ich habe es selbst schon oft genug erlebt, dass eine gebraucht erstandene Platte trotz sorgfältiger Inspektion und optisch gutem Eindruck total „verdreckt“ und nach erfolgter Wäsche fast neuwertig klang. In diesem Feature wollen wir uns eingehender mit dem Thema Plattenreinigung beschäftigen. Wir schauen uns an, mit welchem Handwerkszeug man das am besten bewerkstelligen kann und legen den Fokus auf die einfachen und kostengünstigen Tricks.

Die Plattenwaschmaschine

Eine recht komfortable und preislich noch verhältnismäßig gute Lösung ist eine einfache Plattenwaschmaschine. Man kann sich natürlich für knapp 2500 Euro einen Glass Vinyl Cleaner PRO kaufen, was für Händler von gebrauchten Schallplatten vielleicht auch eine lohnenswerte Investition sein kann – der Normalbürger gibt sich aber auch mit einem Knosti Schallplatten-Waschgerät für ungefähr 45 Euro zufrieden. Für noch mal 30 Euro mehr gibt es davon quasi die Deluxe-Variante „Knosti Disco Antistat Generation II“, die in unserem Test immerhin vier Sterne bekommen hat.

Fotostrecke: 2 Bilder Einfaches Platten-Waschgerät für knapp 75 Euro von Knosti
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Plattenwaschmaschinen auf thomann.de

Pro-Ject VC-E INT

Knosti LP-Cleaning Set

Pro-Ject Spin Clean Record Washer MKII

Knosti Disco Antistat Generation II Plus

Wie nützlich ist ein Platten-Waschgerät ?

So ein einfaches Waschgerät beinhaltet gleich drei nützliche Dinge. Einmal ist da die Vorrichtung zum Waschen der Tonträger selbst, quasi die Wanne, in der gebadet wird. Dann ist ein Abtropfbehälter dabei, um eine oder gleich mehrere gereinigte Platten bequem trocknen zu lassen. Und wer so ein Waschgerät im Paket kauft, erhält neben dem weiteren notwendigen Zubehör zusätzlich noch eine Reinigungsflüssigkeit. Diese hinterlässt keine Rückstände, trocknet relativ zügig und macht die Platten – das ist das Besondere – wieder antistatisch und damit weniger anfällig für neuen Staub.

Ein Fluid mit ungefähr den gleichen Eigenschaften ist keine große Hexerei und wir werden uns gleich ansehen, wie man so etwas kostengünstig selbst herstellt. Aber bleiben wir gedanklich noch kurz bei dem gerade beschriebenen Vinyl-Waschgerät und der Frage, für wen sich die Anschaffung lohnt. Wer in erster Linie neu gekaufte und sehr sorgsam behütete Schallplatten besitzt, kann vermutlich darauf verzichten. Platten-Digger mit einer umfangreichen Sammlung und vielen gebrauchten Scheiben kommen eigentlich nicht darum herum.

Speziell für das Saubermachen eines ganzen Stapels lohnt sich der Kauf und auch die Zeit, die man in so eine „Putz-Session“ investiert. Es gibt aber auch Alternativen. Diese sind für beide genannten Gruppen durchaus attraktiv, denn nicht immer lohnt es sich gleich, eine „Waschmaschine anzuschmeißen“. Wenn es mal schnell gehen muss oder gar nicht anders geht, greift man eben auch mal zu Lösungen, die nicht ganz so chic aussehen, aber auch zum Ziel führen. Wie man das macht, sehen wir uns jetzt an.

Fotostrecke: 3 Bilder Ein weiches Mikrofasertuch sollte jeder Vinyl-Sammler haben
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Mit Wasser abspülen – aber Vorsicht mit Kalk!

Stark verschmutzte Platten, die man aus einem Keller, vom Dachboden oder aus dem Sperrmüll geholt hat, kann man durchaus einfach mal vorsichtig unter fließendem Leitungswasser abspülen. Die Temperatur sollte selbstverständlich nicht zu heiß sein – denn wie gesagt, auf Hitze steht Vinyl absolut nicht. Nützlich bei dem Waschvorgang ist ein weicher Schwamm. Aber bitte nicht die Seite des Schwamms benutzen, mit der man üblicherweise die Pfannen sauber macht!

Das grundsätzliche Problem mit Leitungswasser ist der Härtegrad. Das bedeutet, dass dieses Wasser Kalkrückstände bilden kann und das ist ebenfalls sehr ungünstig für die Schallplatte. Darum sollte man unbedingt großzügig mit destilliertem Wasser nachspülen oder von vornherein nur mit destilliertem Wasser arbeiten. Fünf Liter davon bekommt man in der Drogerie schon ab 1,50 Euro – also absolut kein Grund, am falschen Ende zu sparen. Für unser selbstgemachtes Reinigungsfluid (Anleitung weiter unten) brauchen wir sowieso destilliertes Wasser, also am besten schon mal auf den Einkaufszettel schreiben!

Ein paar Utensilien für die Plattenpflege

Wer die geliebte Schallplattensammlung immer gepflegt halten möchte und für alle Fälle vorbereitet sein will, braucht ein paar Kleinigkeiten, die das Leben einfacher machen. Die meisten Sachen kosten nicht viel, möglicherweise fliegt sogar irgend etwas davon bereits im Haushalt herum. Zum Beispiel ein fusselfreies, weiches Mikrofasertuch. Das ist nämlich superpraktisch und sollte immer griffbereit in der Nähe von Turntable und Vinyl liegen. In Kombination mit dem Fluid, das wir gleich selbst herstellen, ist so ein Tuch universell einsetzbar. Feuchtigkeit oder Fingerabdrücke bekommt man damit im „Handumdrehen“ weggewischt und das, ohne Kratzer am Vinyl zu hinterlassen.

Plattenpflege: Weitere Produktempfehlungen

Eine kleine Sprühflasche bekommt man für wenig Geld beispielsweise in der Apotheke. Diese können wir nämlich mit unserem Reinigungsfluid befüllen und immer einsatzbereit neben dem Equipment hinstellen. Auch wenn so ein kleines Fläschchen mit einem Sprühknopf nichts Besonderes ist, wird diese in Verbindung mit antistatischem Reinigungsfluid, einem weichen Tuch und eventuell einer Carbonbürste zur ultimativen Geheimwaffe für die Plattenpflege.

Gemischt mit destilliertem Wasser bewirkt Isopropanol wahre Wunder
Gemischt mit destilliertem Wasser bewirkt Isopropanol wahre Wunder

Wir machen uns ein Waschmittel für Platten

Jetzt kommt das Geheimrezept – bitte nicht weitersagen! Ok, so geheim ist es jetzt auch nicht, wer sich schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, wird im Netzt vielleicht schon den einen oder anderen Tipp dazu gelesen haben.

Die Grundzutaten sind erstaunlich einfach. Alles, was wir dafür brauchen, ist destilliertes Wasser (wieso haben wir ja gerade bereits geklärt) und Isopropanol (das ist ein Alkohol, der Bestandteil von vielen Desinfektionsmitteln ist). Es gibt einige Experten, die der Meinung sind, dass destilliertes Wasser nicht ausreicht und schwören auf bidestilliertes Wasser oder alternativ auf vollentsalztes Wasser. Beides gibt es ebenfalls relativ günstig zu kaufen, ich persönlich habe bisher immer einfach destilliertes Wasser verwendet und damit keine schlechten Erfahrungen gemacht. Isopropanol bekommt man in der Apotheke, ist fettlösend und sorgt dafür, dass die Schallplatten nach der Behandlung antistatisch sind. Einen halben Liter gibt es schon für circa 8 Euro. Einige Experten bevorzugen Ethanol (auch Äthanol genannt). Das ist allerdings auch teurer.

Wichtig ist das ungefähre Verhältnis von Wasser zu Alkohol. 75 Prozent Wasser und 25 Prozent Alkohol sind ein bewährtes Mischungsverhältnis. Zum Schluss kann man noch einen Tropfen Netzfilter oder alternativ einen Tropfen Spülmittel (möglichst ohne Duftstoffe und Zusätze) dazu geben. Netzmittel benutzt man in der Fotochemie, heute wird es auch häufig „Wetting Agent“ genannt. Ein paar Milliliter bekommt man für knapp 4 Euro. Die Beigabe von einem Tropfen Netzmittel beziehungsweise Spülmittel dient dazu, die Oberflächenspannung des Wassers weiter zu reduzieren. Man kann darauf verzichten – das ist meine Erfahrung.

Spülmittel hinterlässt unter Umständen feine Schleier auf dem Vinyl. Das sind im Prinzip die Grundzutaten für eine selbstgemachte Reinigungsflüssigkeit. Diese kann man jetzt alternativ für die eigene Vinyl-Waschmaschine benutzen oder mit Hilfe der Sprühflasche auf einer Platte verteilen und dann mit dem weichen Tuch vorsichtig wieder trockenwischen.

Platten putzen auf dem Plattenspieler

Wer keinen Bock hat, das Vinyl-Waschgerät aufzubauen oder keins besitzt, kann mit den oben genannten Utensilien und ein bisschen Reinigungsfluid den jetzt folgenden Trick anwenden. Dabei wird die Carbonbürste ein wenig zweckentfremdet. Zunächst legen wir die schmuddelige Platte auf den Plattenspieler, empfindliche Naturen haben hierfür natürlich eine spezielle Slipmat. Während sich die Platte dreht (ohne die Nadel aufzulegen!) sprühen wir vorsichtig Reinigungsmittel aus unserer Sprühflasche darauf. Ungefähr so viel, dass das Vinyl genügend befeuchtet ist.

ACHTUNG! Dabei solltet ihr behutsam sein, damit keine Feuchtigkeit an die elektronischen Teile des Plattenspielers gelangen. Für verursachte Schäden übernehmen wir keine Haftung! Weil ihr das aber umsichtig macht und nichts kaputt geht, nehmt ihr im nächsten Schritt die Carbonbürste und wischt damit über die befeuchtete Platte. Das kann man ruhig ein paar Umdrehungen so machen. Die feinen Haare der Bürste gehen dabei in die Rillen und sorgen so für eine „Tiefenreinigung“.

Prinzipiell funktioniert das bei einem Waschgerät wie dem von Knosti ähnlich, nur dass dort sich die Bürsten in der Wanne befinden und gleichzeitig von beiden Seiten putzen und dass dabei natürlich mit wesentlich mehr Flüssigkeit gearbeitet wird. Nach diesem Vorgang – die Platte rotiert immer noch auf dem Turntable – nehmen wir unser fusselfreies, weiches Mikrofasertuch und drücken dieses leicht auf das Vinyl. Das machen wir so lange, bis die Feuchtigkeit verschwunden ist.

Das geht normalerweise recht schnell, denn wir benutzen ja per se nicht viel Flüssigkeit und ein Teil davon ist Alkohol, der ja auch relativ zügig verfliegt. Mit ein paar Handgriffen ist die Platte nun von Schmutz befreit und gleichzeitig antistatisch gemacht worden.

Fotostrecke: 3 Bilder Vorsichtig sprühen wir Reinigungsfluid auf die drehende Schallplatte
Fotostrecke

Hoffentlich könnt ihr mit diesen Tipps etwas anfangen – vielleicht habt ihr ja auch ein paar Kniffe auf Lager und möchtet diese teilen. Ich freue mich auf eure Kommentare.

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von Dirk Behrens

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Profilbild von Wayne Beerwald

Wayne Beerwald sagt:

#1 - 31.08.2019 um 05:26 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Auf Wunsch eines Lesers bringe ich meinen früheren Kommentar an anderer Stelle hier nochmals an. Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen hilfreich:Trotz vieler abfälliger Kommentare kann ich aus eigener Erfahrung mit
mittlerweile ca. 200 selbst gewaschenen Platten bestätigen, daß der Disco
Antistat seinen Zweck vollkommen erfüllt. Ich habe viel Geld investiert, indem
ich in einem Plattenladen eine "Loricraft" benutzt habe. Weitere ca.
80 Platten habe ich in Auftragsarbeit mit einer "Hannl" waschen
lassen. Da mir das aber entschieden zu teuer wurde, habe ich einfach den
Versuch mit der Knosti unternommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Viele
der mit der "Loricraft" oder "Hannl" gewaschenen Platten
habe ich mit der Knosti nachbehandelt und erst danach waren sie "porentief
rein". Ich verwende 400ml Isopropanol 70%, 600ml Aqua dest. und einen
Spritzer Tetenal Mirasol Netzmittel (bloß kein Spülmittel!). Die Lösung filtere
ich einmal mit einem Haushaltstrichter und Kaffefilter und gieße sie dann nach
nochmaligem Gebrauch weg. Der Selbstmix steht der überteuerten Knosti-Brühe in nichts
nach; die kochen auch nur mit Wasser. Die Achs-Halteclips kann man getrost
weglassen, wer einen Finger auf die Achse hält macht das viel besser als wenn
sich die Halteclips bei jedem Drehen lösen. Keine Angst vor Waschlösung auf den
Labeln - bei mir hat sich noch kein einziges gelöst! 20x vorwärts - 20x
rückwärts und nochmal 5x vorwärts, so hat sich das bei mir bewährt. Abtropfen
lassen (doch, der viel kritisierte Abtropfständer funktioniert problemlos, wenn
man nicht gerade Grobmotoriker ist, aber die sollten von Schallplatten ohnehin
die Finger lassen), am besten über Nacht und eine neue, antistatische
Innenhülle verwenden (ich nehme die in 90g-Papier von Protected) und plötzlich
hört man wieder mit Genuß. Natürlich ist das nichts für HiFi-Esoteriker die
meinen, nur wenn die Maschine 3.000 Euro kostet kann´s was werden aber das
Ergebnis zählt. Keine Frage, daß die paar Plastik-Teile der Knosti maßlos
überteuert sind aber selbst kann ich das Ding eben nicht herstellen. Solange
Clearaudio eine "Tonabnehmerwaage" für 220 Euro anbietet, die bei
Pearl 6,90 Euro kostet, investiere ich mein Geld lieber in die Knosti

Profilbild von Daniel Kleinschmidt

Daniel Kleinschmidt sagt:

#2 - 26.08.2022 um 08:29 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Moin, habe selbst eine Knosti verwendet, war aber nie wirklich zufrieden damit. Daher habe ich mir die hier gebaut: https://www.youtube.com/watch?v=5aaZ-45xMbc&t=15s

Kommentare vorhanden
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