Starregisseur Sam Mendes hat neue Details zu seinem Megaprojekt ‘The Beatles – A Four-Film Cinematic Event’ preisgegeben. Demnach sind vier Spielfilme geplant, bei der jeweils die Perspektive eines anderen Bandenmitglieds gezeigt wird. Die Schauspieler für die Rollen von John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison haben es dabei in sich.

Filme und Dokumentationen über erfolgreiche Bands beleuchten meist ähnliche Aspekte: Wie die Band zusammenfand, die ersten Studiosessions verliefen, welche zwischenmenschlichen Konflikte auftraten und wie schließlich der große Durchbruch gelang. In Dokus kommen die Bandmitglieder selbst, Kollegen, Weggefährten und sogar der erste Musiklehrer zu Wort. Spielfilme hingegen setzen meist noch einen dramatischen Akzent, um das Publikum zu fesseln. Doch eines bleibt fast immer auf der Strecke: die tief gehende Betrachtung der individuellen Perspektiven der Bandmitglieder.
Das soll sich mit dem neuen Projekt mit dem Arbeitstitel ‘The Beatles—A Four-Film Cinematic Event’ von Starregisseur Sam Mendes ändern. Für 2028 wurden vier Filme angekündigt, die als vier Biopics der Bandmitglieder zeitgleich erscheinen sollen. Jeder der Filme widmet sich einem einzelnen Mitglied, bei dem die ganz persönliche Perspektive der Musiklegenden in den Vordergrund gerückt wird. Dabei geht es um alles, was den Weg vom Niemand zum Weltstar ausmacht – Träume, Zweifel, Beziehungen, Spannungen, Leidenschaft, Drogen und ganz viel Musik.
“Vielleicht ist dies eine Chance, sie ein wenig tiefer zu verstehen.”
Sam Mendes
Durch die zahlreichen Perspektiven könnte eine Tiefe entstehen, die über jede bisherige Beatles-Doku und Verfilmung hinausgeht. Denn so gut die Beatles auch miteinander harmoniert haben, waren sie doch vier völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Es wird daher spannend sein, zu sehen, wie sich Ringos Perspektive auf politische Themen von der von John unterscheidet – oder wie Paul die persönlichen Dramen im Vergleich zu George wahrnimmt.
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Laut Mendes ist ein Werk über “die bedeutendste Band aller Zeiten” dabei nicht mit einem einzelnen Film zu stemmen. Demnach sei das Thema zu groß für einen Spielfilm und funktioniere nicht als Fernsehserie. Keine einfache Aufgabe, entsprechend haben sich Profis ihres Faches für das Projekt zusammengetan.
Starke Besetzung
Regisseur Sam Mendes hat mit American Beauty (1999) einen Filmklassiker mit genialer Filmuntermalung in die Kinos gebracht. Bekannt ist er auch für den Kriegsfilm 1917 (2019) mit einer einzigartigen Kameraführung, die den Eindruck eines One-take-Films erzeugt. Am ehesten an das neue Beatles-Projekt kommt Empire of Light (2022) – ein Drama über die Magie des Kinos, das sich stark mit visueller Kunst und Kino als Medium auseinandersetzt. Der Oscar prämierte James Bond-Film Skyfall darf auch noch erwähnt werden.
Die Besetzung für die vier Hauptrollen sind nun offiziell und treffen den Zahn der Zeit. Alle Schauspieler hatten zuletzt wichtige Rollen in Kinofilmen und gelten als Stars der Stunde. Paul Mescal (All of us Strangers, Gladiator II) übernimmt den Charakter von Paul McCartney, Harris Dickinson (Triangle of Sadness) wird John Lennon spielen, Barry Keoghan (Bird, Saltburn) versucht sich an Ringo Starr und Joseph Quinn (Stranger Things, Gladiator II) wird George Harrison nachempfinden.
Auch bei der Filmmusik werden keine halben Sachen gemacht. Hinter der Produktion steht das finanzstarke Sony Pictures, das Zugriff auf den gesamten Musikkatalog der Beatles hat. Daher gibt es keine Coverversionen – stattdessen erklingt der originale Sound der Fab Four.
Wann ist Kino-Start?
Derzeit ist geplant, dass alle vier Filme im April 2028 in die Kinos kommen. “Man muss die Kühnheit der Idee mit einer kühnen Veröffentlichungsstrategie verbinden”, sagte Sony-Chef Tom Rothman im vergangenen Jahr über das Projekt. “So eine Unternehmung hat es noch nie gegeben, und man kann es nicht mit traditionellen Veröffentlichungsmethoden angehen.” Auch wenn es bis zum Release noch dauern wird, ist der Ansatz gut. Lieber Zeit lassen und richtig machen – und lieber alles auf einmal, statt jedes Jahr ein einzelner Teil. So lässt sich die Spannung richtig halten!