Das Sabian 20“ Holger Müller Ride aus der HH-Serie zählt seit Jahren zu den absoluten Topsellern in Europa. Der vor allem in der Blasmusikszene bekannte Drummer hat seinerzeit in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Hersteller ein absolut universelles Crash/Ride entwickelt, das sich vor allem bei Musikvereinen ungebremster Beliebtheit erfreut. Jetzt wurden eine 13“ Hi-Hat und ein 18“ Crash als neue Signature-Instrumente nachgelegt. Eine ideale Gelegenheit für einen bonedo-Test.
Sabian Holger Müller Signature Cymbals – Das Wichtigste in Kürze
Was ist das Besondere am 20“ Ride? Das Holger Müller Becken hat einen leicht nach oben gewelltem Rand in Kombination mit einem flachen Profil und einer kleinen Glocke. „Sound Control“ nennt Sabian diese Bauweise.
Was zeichnet die zwei neuen Signature-Becken aus? Das 18“ Crash stammt aus der HHX-Serie, es ist dicht gehämmert und klingt voll, sehr dynamisch und universell. Ein Kontrast ist die 13“ Hi-Hat, durch das gewellte Bottom-Becken klingt sie sehr prägnant und durchsetzungsstark.
Was sagt der Test? Alle Becken sind toll verarbeitet und sehr dynamisch einsetzbar. Der Kontrast zwischen dem eher gedeckt klingenden 20“ Ride und der bissig klingenden 13“ Hi-Hat ist recht groß.
Schaut man sich die Setups von Böhmischen Blasmusik Schlagzeugern an, so wird man feststellen, dass diese meist sehr übersichtlich gestaltet sind: Bassdrum, Snare und ein Becken. In der nächsten Ausbaustufe kommt dann noch eine Hi-Hat, ein Standtom und eine Cowbell dazu. Mehr braucht es für Walzer, Märsche und Polka nicht. Viel wichtiger ist es, aus dem bestehenden Instrumentarium eine hohe Dynamik herauszukitzeln.
Gehört wohl zu jedem Signature-Cymbal: die Unterschrift in der Glocke.
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Das 20“ HH Holger Müller Signature Ride
Das 20“ Holger Müller Ride (1883 g) schlägt genau in diese Kerbe. Es wurde 2004 erstmals vorgestellt, bei der Bauweise hat Holger sich von den alten „Sound Control“-Modellen inspirieren lassen. Durch das flache Profil in Kombination mit dem leicht nach oben gewellten Rand und der kleinen Glocke ist es erstaunlich universell. Das Becken ist im Brilliant-Finish gehalten, in einem regelmäßigen Muster beidseitig abgedreht und dicht gehämmert. Die Verarbeitung ist rundherum makellos.
Auch ohne jeglichen Gehörschutz ist das eher „mellow“ klingende Becken sehr gut zu bedienen. Auf der Fläche perlt es schön und kontrolliert, auch die kleine Glocke setzt sich hörbar, wenn auch nicht sonderlich prägnant ab, zudem lässt es sich super als Crash spielen. Es ist jetzt kein absolutes Charakterbecken, das heißt komplexe Sounds, wie man sie von vielen modernen Becken her kennt, sind ihm völlig fremd. Gerade das macht aber – insbesondere im entsprechenden musikalischen Kontext – seinen Reiz aus.
Alle Becken von unten – hier ist gut zu sehen, wie divers die drei Modelle gefertigt sind.
Das 18“ Holger Müller Crash
Das neue 18“ Signature Crash ( 1335 g) entstammt der HHX-Serie. Hier mischen sich dichte kleine Hammerschläge mit dem vor ein paar Jahren neu eingeführten „daumenförmigen“ Pattern. Die Glocke ist roh belassen, während der Rest des Becken im Brilliant Finish abgedreht ist. Soundmäßig spricht es sehr leicht und direkt an, es klingt voll, mit einem dunklen Fundament und hat bis in höhere Lautstärken viel Headroom. Die Fläche eignet sich auch für leichte Ride-Patterns.
Auch hier finden sich keinerlei trashige Anteile im Gesamtklang. Es erinnert mich vom Sound ein wenig an die HHX Evolution Crashes von Dave Weckl. Ein tolles und sehr musikalisches Crash, das sicherlich auch in vielen Pop- und Rock-Stilistiken eine tolle Figur macht.
2/4Der gewellte Rand ist ein besonderes Markenzeichen des Holger Müller Signature Rides.
3/4Hier seht ihr das Hammer-Pattern des neuen 18“ Crash.
4/4Machen am meisten „Alarm“: die 13er Hi-Hats mit gewelltem Bottom.
Die 13“ Holger Müller Hi-Hat
Bei der 13“ Hi-Hat (917 / 999 g) wird ein Brilliant-Finish Top mit einem nahezu gleich schweren Bottom-Becken im Traditional-Finish kombiniert. Letzteres hat einen gewellten Rand, Sabian bezeichnet dieses Feature als „Air Wave Bottom“. „Mastersound“ heißen solche Hi-Hats bei Zildjian und „Sound Edge“ bei Paiste. Dadurch wird ein Lufteinschluss bei getretener Spielweise verhindert und das Becken klingt insgesamt prägnanter.
Vom Sound her stellt die Hi-Hat einen ziemlichen Kontrast zu dem eher warm / moderat klingenden Crash- / Crash-Ride-Pärchen dar. Sie erinnert mich ein bisschen an das 12“ Mastersound Modell von Dennis Chambers. Die Holger Müller Hi-Hat ist eher hell und kann sehr bissig und funky klingen, bei Bedarf aber auch richtig laut werden. Auch ist der Chick- und Swish-Sound erwartungsgemäß ordentlich durchsetzungsstark. Klar kann diese Hi-Hat auch leise gespielt werden, aber das Grundlautstärke-Level empfinde ich als wesentlich höher als bei den anderen beiden Modellen.
Audio
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Ride und Crash mit MalletsEinzelsounds und Groove von allen drei ModellenRide & Shuffle Groove
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Zum langjährigen Topseller, dem 20“ Sabian HH Holger Müller Ride, haben sich noch zwei weitere Signature-Becken nach dem Geschmack des Meisters gesellt. Wie das Ride, ist auch das 18“ Crash dynamisch sehr vielseitig, während es bei der hell klingenden 13“ Hi-Hat deutlich prägnanter zur Sache geht. Die beiden neuen Modelle sind sicherlich auch dann eine Anspielempfehlung wert, wenn ihr euch nicht innerhalb des Blasmusik-Genres bewegt. Die Preise von allen drei Modellen sind allerdings kein Pappenstiel.
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