Der unerwartete Anschlag auf den Christopher-Street-Day in Berlin hat zahlreiche Menschen in Deutschland schockiert. Am Samstagabend fuhr ein Auto bei dem Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag in eine Menschenmenge, wobei eine Frau starb und mehrere Personen verletzt wurden. Mittlerweile meldeten sich verschiedene Musiker und Musikerinnen in den sozialen Netzwerken zu dem Vorfall, um ihr Mitgefühl zu teilen. Vor allem betonen sie aber, dass Hass niemals gewinnen dürfe.

Ikkimel: “Liebe ist niemals der Fehler“

Rapperin Ikkimel reagierte auf Instagram sehr betroffen und aufgebracht: “F…T DIESEN EINEN BASTARD, der da heute reingefahren ist.“, schrieb die 29-Jährige, die selbst erst am Vortag bei dem Berliner CSD auftrat. Weiter setzte sie ein klares Zeichen gegen Hass und rief stattdessen zum Zusammenhalt auf:
“Liebe ist niemals der Fehler, Angst und Hass niemals eine Antwort. Ich hoffe, dass viele Menschen jetzt realisieren, wie wichtig es ist, dass wir streng zusammenhalten – jetzt noch mehr als sonst.“
Sarah Connor: “Noch lauter, noch bunter“
Nur etwa eine halbe Stunde vor der Tat stand Pop- und Soul-Sängerin Sarah Connor selbst auf der Bühne am Brandenburger Tor. Kurz nach ihrem Auftritt musste bereits der Backstage-Bereich evakuiert werden. Sarah Connor erklärte später, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau wusste, was tatsächlich passiert war. In einem neuen Post äußerte sie sich wie folgt:
“Ekelhaft und sinnlos diese Tat! Mein tiefes Mitgefühl den Opfern und Angehörigen und allen, die in unmittelbarer Nähe waren💔“
Zugleich erinnert die Sängerin aber auch an die schönen Momente und vielen Besucher und Besucherinnen bei dem Event:
“Ich werde mich an die Liebe und Freude in euren Gesichtern erinnern. An euch alle, wie wunderschön und bunt und laut ihr wart. Wir waren SO VIELE!!!!! Die Energie war unglaublich und es war mir eine Ehre. Ich würde jederzeit wieder auftreten und ich hoffe, wir machen das im nächsten Jahr wieder genauso!!!! Noch lauter, noch bunter! Happy PRIDE 🏳️🌈🦄”

Herbert Grönemeyer: “Niederträchtiger Anschlag“

Auch Herbert Grönemeyer teilte seine Sorgen, Gefühle und Gedanken zu dem Anschlag. Vor zwei Jahren trat der Sänger beim CSD Berlin auf und rief in einer Rede dazu auf, den Schutz queerer Menschen fest im Grundgesetz zu verankern. In einem knappen Statement sprach er nun von einem “niederträchtigen Anschlag” auf ein Fest, das für Vielfalt und Liebe stehe.
“In dumpfer Wut über den niederträchtigen, perfiden Anschlag auf dieses leuchtende, bunte und lebensbejahende Fest der Zusammengehörigkeit und Liebe.”
Peter Plate: “Wir lassen uns unsere Liebe nicht nehmen”
Rosenstolz-Mitbegründer Peter Plate meldete sich auf Instagram mit einem sehr ausführlichen Statement. Auch er sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus und betonte zudem, dass wir keinen Platz für Hass lassen sollten. Schließlich stünde Pride für Vielfalt, Freiheit und Menschlichkeit.
“Ihr Liebsten, gestern Abend durften wir den Stonewall Award entgegennehmen. Wir waren überwältigt, beseelt und voller Dankbarkeit. Nur kurze Zeit später erreichte uns die Nachricht von diesem Attentat.
Seitdem sind unsere Gedanken bei den Opfern, ihren Familien, ihren Freund*innen und allen, die diesen schrecklichen Abend miterleben mussten. Für einen solchen Verlust gibt es keine Worte. Und nichts kann ihn ungeschehen machen.“

“Gerade jetzt zeigt sich, wer wir sind. Lassen wir zu, dass Hass noch mehr Hass hervorbringt? Dass Angst unser Leben bestimmt? Oder halten wir an dem fest, wofür Pride seit Jahrzehnten steht: Freiheit. Vielfalt. Respekt. Menschlichkeit. Wir entscheiden uns für das Leben. Für die Liebe. Und für die Freiheit.
Unsere Herzen sind gebrochen. Aber wir werden nicht zulassen, dass sie zerbrochen werden. Wir werden weiter laut sein. Wir werden weiter sichtbar sein. Denn alles andere wäre ein Sieg des Hasses. Wir lassen uns unsere Liebe nicht nehmen. Wir lassen uns unsere Hoffnung nicht nehmen. Und wir werden uns unsere Freiheit nicht nehmen lassen.”
Tokio Hotel: “Hass und Gewalt werden niemals stärker sein als Liebe”
Schließlich sprach auch Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz sein Mitgefühl für die Opfer sowie deren Familien und Freunde aus. Kurz darauf folgte ein ausführliches Statement der gesamten Band, in dem die Bandmitglieder ihre Solidarität mit der LGBTQ+-Community versicherten.
“Wir sind untröstlich über den sinnlosen Gewaltakt beim gestrigen CSD in Berlin. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, den Opfern, ihren Angehörigen und der gesamten LGBTQIA+-Community. Für uns steht der CSD für Liebe, Freiheit, Akzeptanz und das Recht, ohne Angst man selbst sein zu können. Das sind Werte, an die wir schon immer geglaubt haben und für die wir auch weiterhin einstehen werden. Hass und Gewalt werden niemals stärker sein als Liebe, Mitgefühl und Zusammenhalt. Heute und an jedem anderen Tag stehen wir an der Seite unserer Community. Nur Liebe, Bill, Tom, Georg und Gustav.”
In den vergangenen Jahren traten Tokio Hotel und die einzelnen Bandmitglieder mehrfach bei CSD-Konzerten auf. Auf dem folgenden Bild kann man die Band beispielsweise bei ihrem CSD-Auftritt in Berlin im Jahr 2023 sehen.

Neben den genannten Künstlern haben zahlreiche weitere Stimmen der Musikwelt ihre Trauer geteilt. Trotz der Trauer und Sorgen findet sich eine Botschaft in fast allen Statements: Der Christopher Street Day steht für Vielfalt, Freiheit und Zusammenhalt. Diese Werte seien stärker als Hass und ließen sich nicht einfach verdrängen. Viele Musiker und Musikerinnen rufen daher auf, dass man sich auch in Zukunft nicht einschüchtern lassen soll und weiterhin für Freiheit und Gleichberechtigung einzustehen.























