Mit der Block-Serie erweitert Harley Benton sein Bassverstärker- und -boxenprogramm um ein komplett neu entwickeltes, modular aufgebautes System aus Class-D-Topteilen und passenden Lautsprecherboxen. Zum Start umfasst die Serie vier Verstärker mit 200 bis 800 Watt sowie fünf Boxen in unterschiedlichen Größen und Lautsprecherbestückungen (1×12, 1×15, 2×10, 2×12, 4×10) für verschiedenste Einsatzzwecke – von der kleinen Anlage zum Üben bis zum ausgewachsenen Bühnen-Stack ist also alles mit dabei. Dabei bleibt sich Harley Benton treu: Die neue Serie richtet sich mit ihren gewohnt günstigen Preisen vor allem an Einsteiger und preisbewusste Bassleute, die kein Vermögen für ein flexibel einsetzbares Amp-Setup ausgeben möchten. Für diesen Test haben wir uns das kleinste Gespann der neuen Serie bestellt: Das Block-200-Topteil soll mit 200 Watt Leistung, umfangreicher Ausstattung und einem Gewicht von gerade einmal 1,7 kg den Einstieg in die Block-Welt markieren. Als Sparringspartner dient die Block-112VH mit einem 12″-Lautsprecher und einem Hochtöner. Ob Harley Benton damit tatsächlich ein überzeugendes Budget-Stack für den Übungsraum, den Proberaum und kleinere Gigs gelungen ist, klären wir in diesem Test.

- Amp liefert neutralen, ausgewogenem Grundklang
- üppige Anschluss-Ausstattung
- satte Basswiedergabe der Box
- tadellose Verarbeitung
- sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis
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Welchen ersten Eindruck vermittelt der Harley Benton Block-200-Bassverstärker?
Was beim neuen Block-200 von Harley Benton zunächst auffällt, sind nicht die Features, sondern das extrem niedrige Preisschild: Der kleine Amp bleibt knapp unter der 100-Euro-Marke – für ein 200-Watt-Topteil ist das schon eine echte Ansage! Bemerkenswert ist allerdings auch die Ausstattung, die deutlich umfangreicher ausfällt als bei vielen Verstärkern dieser Preis- und Leistungsklasse – dazu gleich mehr.
Die gesamte Technik steckt in einem solide wirkenden, schwarz lackierten Metallgehäuse mit kompakten Maßen von 61 × 162 × 226 mm. Zusammen mit einem Gewicht von 1,7 kg gehört der Harley Benton Block-200 damit zwar nicht zu den kleinsten und leichtesten Micro-Amps auf dem Markt, vermittelt dafür aber einen ausgesprochen hochwertigen und stabilen Eindruck. Der Block-200 lässt sich darüber hinaus problemlos in jeder Gigbag transportieren und fällt auf Reisen tatsächlich kaum ins Gewicht.
Über welche Features verfügt der Harley Benton Block-200?
Kommen wir zur Ausstattung, die für ein Topteil dieser Größen- und Preisklasse vor allem in Sachen Konnektivität erstaunlich umfangreich ausfällt. Ganz links sitzt der obligatorische Instrumenteneingang samt Clip-LED zum Einpegeln sowie ein PAD-Schalter (-30 dBm), der die Eingangsempfindlichkeit für aktive Bässe reduziert. Es folgen der Gain-Regler, ein Dreiband-EQ für Bässe, Mitten und Höhen, der Comp-Regler mit Ein-/Ausschalter, sowie der Masterregler für die Gesamtlautstärke.
Hinter dem Comp-Regler verbirgt sich ein sogenannter „intelligenter Kompressor“. “Intelligent” ist dieses Feature deshalb, weil sich mit nur einem Regler gleich mehrere Parameter automatisch an den gewählten Kompressionsgrad anpassen. Die Bedienung ist also denkbar einfach: Je weiter der Regler nach rechts gedreht wird, desto stärker greift die Kompression ins klangliche Geschehen ein.
Neben den bereits genannten Features bietet die klar strukturierte Frontplatte noch zwei Miniklinken-Anschlüsse, dank derer sich der Block-200 auch als Übungsamp empfiehlt. Gemeint sind natürlich der Aux-Eingang zum Einspeisen von Songs oder Playbacks sowie ein Kopfhörerausgang. Die Lautstärke der externen Audioquelle muss allerdings direkt am Zuspielgerät geregelt werden, denn einen separaten Aux-Level-Regler gibt es nicht.
Was findet sich auf der Rückseite des Harley Benton Block-200?
Alle übrigen Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Dort finden wir zwei Speakon-Buchsen für Lautsprecher, Send und Return des Effektwegs sowie einen symmetrischen XLR-Ausgang für den Anschluss an ein Mischpult oder Recording-Interface. Komplettiert wird die Ausstattung durch einen Ground-Lift- sowie einen Pre/Post-EQ-Schalter für den DI-Ausgang.
Wie wir sehen, ist der kleine Block-200 mit Effektweg und professionell ausgestatteter DI-Sektion sogar für anspruchsvollere Anwendungen bestens gerüstet – und das ist in dieser Preis- und Leistungsklasse längst keine Selbstverständlichkeit!
Welche Features besitzt die Harley Benton Block-112VH?
Auch die 1×12″-Box der Block-Serie macht einen deutlich professionelleren und solideren Eindruck, als man angesichts des Preises von gerade einmal 199,- Euro erwarten würde. Dazu trägt nicht zuletzt der schicke Carbon-Bezug bei, der das gesamte Gehäuse umhüllt. Dieses besteht aus 18 mm starkem Sperrholz und misst 578 × 381 × 439 mm. Die Block-112VH zählt damit sicher nicht zu den kompaktesten 1×12″-Boxen am Markt; das größere Gehäusevolumen kann sich allerdings durchaus positiv auf die Basswiedergabe auswirken und muss daher keineswegs ein Nachteil sein.
Mit immerhin 19kg Gewicht gehört die Harley-Benton-Bassbox allerdings auch nicht zu den Superleichtgewichten ihrer Klasse. Dank der großzügig dimensionierten Schalengriffe aus Metall an beiden Seiten lässt sie sich dennoch problemlos und bei Bedarf auch mit einer Hand transportieren. Gummifüße befinden sich sowohl auf der Unterseite als auch auf der linken Gehäuseseite, sodass sich die Box horizontal oder vertikal aufstellen und bei Bedarf auch mit weiteren Boxen stapeln lässt.
Die Lautsprecher werden von einem stabilen Kunststoffgewebe geschützt, das mit einer weißen Einfassung sowie dem Harley-Benton-Schriftzug versehen ist. Hinter der Frontbespannung arbeitet die Lautsprecherbestückung der Block-112VH, die aus einem 12″-Speaker und einem HF-Treiber für die Höhenwiedergabe besteht.
Der Hochtöner lässt sich zwar nicht in der Lautstärke regeln, kann bei Bedarf aber abgeschaltet werden, wenn eher warme und rundere Sounds gefragt sind. Der entsprechende Schalter sitzt zusammen mit den Anschlüssen auf der Rückseite. Dort finden wir eine Speakon-Buchse als Lautsprechereingang sowie eine Klinkenbuchse (Speaker Link) zum Durchschleifen des Signals an eine weitere Box. Die Box verträgt 250 Watt und weist eine Impedanz von 8 Ohm auf. Am Block-200 könnten also theoretisch auch zwei Block-112VH betrieben werden.































