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Test: Thorn Magma – Flexible Metal Distortion

Das Thorn Magma ist ein analoges Distortion-Pedal der noch jungen Boutique-Marke für Gitarren- und Basspedale Thorn Soundlabs. Die im Jahr 2021 offiziell in Nashville, Tennessee, registrierte Firma besteht laut eigenen Angaben aus einem Kollektiv von Ingenieuren, Tourmusikern, Branchenveteranen und Klangenthusiasten. Wer genau hinter dem Namen steht, bleibt weitestgehend im Verborgenen. Was das Portfolio angeht, konzentriert man sich auf analoge Distortion- und Overdrive-Pedale. Heute werfen wir einen Blick auf das Magma, das den Spagat zwischen moderner Flexibilität und massivem High-Gain meistern soll.

Thorn Magma Distortion Pedal Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • faires Preis-Leistungs-Verhältnis
  • integriertes Noise-Gate
  • Abschwächung der tiefen Frequenzen vor der Zerrstufe für einen tighteren Sound
  • umfangreiche EQ-Sektion mit semiparametrischen Mitten
  • True-Bypass
Contra
  • kein Batteriebetrieb
  • Treble in extremen Einstellungen kratzig und harsch

Thorn Magma – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Thorn Magma? Beim Thorn Magma handelt es sich um ein analoges Distortion-Pedal mit True-Bypass, das laut Hersteller für flexible Metal-Sounds steht. 
  • Was macht das Thorn Magma besonders? Umfangreiche, intuitive Einstellmöglichkeiten sorgen dafür, dass tiefe Eingriffe in den Distortion-Sound möglich sind.
  • Über welche Bedienelemente verfügt das Thorn Magma? Neben den klassischen Reglern für Gain und Volume räumt ein Damping-Regler den Bassbereich auf, ein Headroom-Poti kontrolliert Kompression und Attack, ein semiparametrischer Dreiband-EQ erlaubt präzise Eingriffe ins Frequenzgeschehen und ein Noise-Gate bietet Stille zwischen den Tönen. 
  • Was sagt der Test? Das Thorn Magma ist ein modernes und vielseitiges High-Gain-Pedal und liefert Zerre von Classic Rock bis Metal. Der Damping-Regler sorgt bei hohen Gaineinstellungen für Klarheit, die semiparametrischen Mitten machen vielfach externe EQs überflüssig, und das integrierte Noise-Gate arbeitet ebenfalls auf hohem Niveau. Ein Pedal nicht nur für Metal-Spieler. 

Das Thorn Magma kommt im klassischen Pedal-Outfit

Die Elektronik des Magma sitzt in einem mittelgroßen, stabilen Metallgehäuse mit den Maßen 94 x 123,5 x 53 mm (B x T x H) und einem Gewicht von 410 g. Trotz des eher dunklen Erscheinungsbildes des Pedals mit seiner schwarz-roten Grafik und den schwarzen Potiknöpfen heben sich die weiße Beschriftung und die weißen Skalenstriche der Regler gut sichtbar vom Hintergrund ab. 

Stabiles Metallgehäuse mit auffälliger Optik – das Thorn Magma richtet sich an moderne Metal-Gitarristen.
Stabiles Metallgehäuse mit auffälliger Optik – das Thorn Magma richtet sich an moderne Metal-Gitarristen.

Die Anschlüsse beschränken sich auf einen Ein- und einen Ausgang im 6,3-mm-Klinkenformat sowie den Anschluss für einen Netzadapter. Letzterer gehört nicht zum Lieferumfang, sollte aber zwischen 9 und 18 Volt Gleichspannung über einen Hohlstecker mit innenliegendem Minuspol liefern. Höhere Spannungen sorgen dabei für etwas mehr Headroom und Dynamik, ohne den Grundcharakter der Verzerrung zu verändern.

Mit Damping und Headroom die Zerre im Griff 

Die Parade der Bedienelemente beginnt mit dem Gain-Regler, der für den Verzerrungsgrad zuständig ist. Es folgt das Damping-Poti, das bei Bedarf den Anteil der tiefen Frequenzen reduziert, bevor das Signal die Bratstufe erreicht. Das Clipping der Ausgangsstufe ist der Arbeitsbereic des Headroom-Reglers, der zusammen mit dem Gain-Regler den Verzerrungsgrad des Pedals bestimmt. Und als Regler für die Ausgangslautstärke komplettiert Volume die erste Reihe des Bedienfelds.

Fotostrecke: 4 Bilder Beim Thorn Magma handelt es sich um ein analoges Distortion-Pedal mit True-Bypass, das laut Hersteller für flexible Metal-Sounds steht.

Wunschausstattung mit semiparametrischen Mitten und Noise-Gate

In der zweiten Reihe befindet sich die EQ-Abteilung, bestehend aus Bass, Treble und einer semiparametrischen Mittensektion (ohne Q-Regelung), die ich mir so auch bei vielen anderen Verzerrerpedalen wünschen würde. Bleibt noch das integrierte Noise-Gate, das einen wirklich exzellenten Job ohne Dynamikverlust macht. Es lässt sich mit einem Taster aktivieren und per Poti stufenlos regeln. Nicht fehlen darf natürlich der obligatorische Fußtaster, der ohne Zweitfunktion das Pedal lediglich ein- und ausschaltet. 

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Was kann das Thorn Magma? Das Distortion-Pedal in der Praxis

Auch wenn das Thorn Magma als Metal-Distortion angepriesen wird, würde ich es eher als flexibles High-Gain-Pedal bezeichnen. Die Anschlagsdynamik, die Reaktion auf das Plektrum und auf die verwendete Gitarre sind durchweg gut und es findet keine irgendwie geartete Gleichmacherei statt. 

Bevor es an die Distortionsounds geht, gibt es zuerst ein Referenz-Audiofile. Der verwendete Amp ist mein Marshall JMP 100 ohne Master-Volume, der sich bestens als Pedalplattform eignet. Hört man näher hin, bemerkt man, dass der Amp ganz leicht in die Sättigung geht. Mehr würde ich bei diesem Pedal aber auch nicht empfehlen, denn sonst wird der Sound einfach zu komprimiert. Die Gitarre ist eine der ersten PRS Custom 22 aus den 80ern, die ich nachträglich mit Kloppmann-Humbuckern bestückt habe.

Audio Samples
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Soundbeispiel 1 – ohne Pedal

Zerre satt ab dem ersten Ton

Der Verzerrungsgrad des Magma beginnt da, wo die meisten Overdrive-Pedale aufhören. Angezerrte bluesige Sounds oder schimmernde Mediumzerre sind also definitiv nicht drin. Während die meisten Verzerrer bei sehr geringen Gain-Einstellungen absaufen, klingt der Magma bereits mit komplett zurückgedrehtem Gain-Poti sehr ausgeglichen, wobei das nicht sein Sweetspot ist. Dreht man den Gainregler weiter auf, ändert sich der Sound nicht grundsätzlich, sondern bekommt einfach nur mehr Sustain und mehr Obertöne, ohne harsch oder statisch zu klingen. Für meinen Geschmack klingt die Einstellung zwischen 12 und 14 Uhr am besten. Im Folgenden hört ihr fünf Einstellungen des Gain-Reglers: Minimum, 9 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und Vollgas. 

Audio Samples
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Gainregler – Minimum, 9 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, Vollgas

Bass und Treble als klassische Tonkontrolle

Die äußerst vielseitige Klangregelung sitzt hinter der Bratstufe und beeinflusst somit nicht die eigentliche Zerrstruktur. Während man sich mit den semiparametrischen Mitten kreativ austoben kann, dienen Bass und Treble vorwiegend der Anpassung an den jeweiligen Gitarrenamp. Allerdings muss man mit Einstellungen unterhalb von 10 Uhr und oberhalb von 15 Uhr vorsichtig sein. Besonders „gefährlich“ wird es, wenn man den Treble-Regler zu weit aufdreht, denn hier wird der Ton schnell zu kratzig und harsch.  

Audio Samples
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Bassregler – Minimum, 9 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr,  Maximum Treble-Regler – Minimum, 9 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr,  Maximum

Mit semiparametrischen Mitten ins Herz des Frequenzgeschehens

Die semiparametrische Mittenregelung besteht aus zwei Potis. Da ist zum einen der Mid-Freq-Regler, der stufenlos eine Mittenfrequenz zwischen 300 Hz und 2 kHz anwählt.

Mit dem Mid-Regler kann man die angewählte Frequenz nun boosten oder absenken, wobei die 12-Uhr-Position neutral ist. Die Soundmöglichkeiten sind nahezu unendlich. Aus diesem Grund habe ich sechs unterschiedliche Sounds eingestellt, die euch ein ungefähres Bild von dem vermitteln, was alles möglich ist. Teilweise klingt es so, als hätte ich die Gitarre gewechselt oder einen anderen Amp verwendet. Dabei sind es nur diese beiden Regler. 

Audio Samples
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6 Varianten von Mid-Freq- und Mid-Regler

Der Damping-Regler sorgt für Transparenz und Definition

Je stärker eine Verzerrstufe gesättigt wird, desto empfindlicher reagiert sie auf tiefe Frequenzen. Diese treiben die Schaltung schnell in die Dauersättigung, wodurch Transienten verlorengehen und der Klang matschig und undifferenziert wird. Deshalb setzen viele Gitarristen vor High-Gain-Amps einen Tubescreamer oder ein ähnliches Pedal ein. Es reduziert Tiefbässe und einen Teil der Tiefmitten, wodurch der Amp sauberer anspricht und der Sound klarer und definierter wird. Das funktioniert übrigens auch sehr gut beim Big Muff

Beim Magma hat man etwas Ähnliches direkt in die Schaltung integriert. Mit dem Damping-Regler, der direkt vor der Bratstufe liegt, lässt sich der Sound effektiv „entmatschen“, indem er den Bassbereich stufenlos ausdünnt. Ganz nach links gedreht kommen alle Bässe durch, was bei geringen Gaineinstellungen sehr gut klingt. Spielt man aber mit viel Gain, sorgen höhere Einstellungen ab etwa 13 Uhr für „Klarheit“. Klasse! Aber hört selbst.

Audio Samples
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Damping-Regler – Minimum, 10 Uhr, 14 Uhr, Max

Was bewirkt das Headroom-Poti? 

Kommen wir zum Headroom-Regler, der laut Hersteller die Übersteuerung der letzten Zerrstufe regelt und besonders in niedrigen Einstellungen die Gesamtverzerrung drosselt. Sein Einfluss ist umso geringer, je höher man den Gainregler aufdreht. Insgesamt geht aber bei Einstellungen unterhalb von 12 Uhr etwas an Direktheit verloren. Beim Herumprobieren habe ich mich dann schließlich auf eine Einstellung um 15 Uhr eingeschossen. 

Audio Samples
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Headroom-Regler – 9 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr, Max

Das Noise-Gate sorgt wirkungsvoll für Ruhe

Das Noise-Gate macht einen wirklich hervorragenden Job und bringt effektive Ruhe in Spielpausen, ohne den Sound zu verändern. Um zu verdeutlichen, wie gut das Gate funktioniert, habe ich den Gain-Regler im folgenden Soundbeispiel komplett aufgedreht. Vor allem das Schwingen der Federn des PRS-Tremolosystems ist besonders laut zu hören. Dieses Nachrappeln ist der Alptraum eines jeden Noisegates, aber selbst diese Herausforderung meistert die eingebaute Schaltung. 

Audio Samples
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Soundbeispiel 8 – Noisegate – Gate ausgeschaltet, 9 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, Max
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Fazit

Das Thorn Magma richtet sich klar an Spieler, die ein fettes High-Gain-Pedal suchen, mit dem sich ein weiter Bereich von Classic-Rock über Hard-Rock, Punk bis hin zu Progressive-Rock und Metal abdecken lässt. Die Zerrstruktur ist dicht und durchsetzungsfähig, bleibt aber dank Damping- und Mittensektion gut kontrollierbar. Besonders die Abschwächung tiefer Frequenzen vor der Zerrstufe sorgt bei hohen Gaineinstellungen für Klarheit und Definition. Die semiparametrischen Mitten heben das Magma von vielen klassischen Distortion-Pedalen ab und machen in vielen Setups externe EQs überflüssig. Wer ein modernes und vielseitiges High-Gain-Pedal mit integriertem Noise-Gate und einer ausgefuchsten Klangregelung sucht, sollte sich das Teil einmal aus der Nähe ansehen. 

Modernes Distortion-Pedal mit flexibler Mittensektion und kontrollierbarer Gain-Struktur.
Modernes Distortion-Pedal mit flexibler Mittensektion und kontrollierbarer Gain-Struktur.
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Magma – Flex Metal Distortion
Für 199,00€ bei
  • Hersteller: Thorn
  • Bezeichnung: Magma
  • Typ: analoges High-Gain-Distortion-Pedal
  • Herkunft: China
  • Regler: Gain, Damping, Headroom, Volume, Bass, Mid Freq, Mid, Treble, Gate
  • Schalter: Noise-Gate on/off
  • Fußschalter: Effekt-Bypass (True-Bypass, Hardwire)
  • Status-LED: Effekt Ein/Aus
  • Anschlüsse: Input/Output, Netzteilbuchse
  • Stromversorgung: 9 bis 18 V DC
  • Stromaufnahme: max. 34 mA
  • Batteriebetrieb: nicht möglich
  • Maße: 94 x 123,5 x 53 mm (B x T x H)
  • Gewicht: 410 g
  • Ladenpreis: 199,00 Euro (März 2026)

Herstellerseite: https://www.thorn-soundlabs.com

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