Test: Ibanez Layer Delayer – Das ultimative Ambient-Delay?

Das zur NAMM 2026 vorgestellte Ibanez Layer Delayer präsentiert sich im 80s-Look und unterscheidet sich schon auf den ersten Blick von klassischen Delay-Pedalen. Herzstück sind hier sechs separate Delay-Kanäle, die im Verhältnis zum eingegebenen Tempo in Sechzehnteln und Triolen ausgegeben und dabei jeweils in ihrer Lautstärke justiert werden können. Acht Auto-Panning-Modi und diverse weitere Möglichkeiten, den Klangcharakter des Delays zu formen, runden das Gesamtpaket ab. Dazu zählen auch zahlreiche Anschlussmöglichkeiten und 50 Speicherplätze.

Ibanez Layer Delayer bonedo Test
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • ordentliche Verarbeitung
  • kreatives Potenzial
  • flexible Anschlussmöglichkeiten
  • klanglicher Einfluss des Tiefpass-Ladder-Filters
Contra
  • zurückhaltende Delay-Charaktere
  • ungenaue Rasterung des Delay-Tempos

Ibanez Layer Delayer – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der Ibanez Layer Delayer? Unser Testkandidat ist ein Delay-Pedal mit sechs einzelnen Delay-Kanälen, die im Verhältnis zum eingegebenen Tempo in Sechzehntelnoten und Triolen verzögert ausgegeben und jeweils in ihrer Lautstärke gesteuert werden. Komplexe rhythmische Muster für spannende Klangtexturen sind somit die Spezialität des Geräts.
  • Wie groß und schwer ist das Pedal? Der Layer Delayer misst 175 x 125 x 62 mm und bringt 649 g auf die Waage.
  • Was sind die wichtigsten Funktionen des Ibanez Layer Delayer? Neben den sechs Delay-Kanälen offenbart das Pedal zur Klangabstimmung eine Filtersektion sowie drei Delay-Charaktere (Tape, Analog, Digital) die sich stufenlos überblenden lassen. Neben 50 Presets stehen außerdem diverse Panning-Optionen bereit.
  • Wie sieht es mit den Anschlussmöglichkeiten aus? An der Stirnseite verfügt das Pedal über Stereo-Ein- und -Ausgänge, einen Einschleifweg, MIDI-Anbindung, einen USB-Port für die Steuerung per Rechner und den obligatorischen 9-V-Netzteilanschluss (300 mA).
  • Was sagt der Test? Das Ibanez Layer Delayer-Pedal entpuppt sich als kreatives Werkzeug für Ambient-Sounds. Allerdings könnten die einzelnen Delay-Charaktere (Tape, Analog, Digital) stärker ausgeprägt sein. Auf der Wunschliste könnte auch eine Modulations-Sektion stehen, genauso wie eine präzisere Einstellung der Verzögerungszeit.

Intuitiv oder per Manual? – Die Bedienung des Ibanez Layer Delayer im Detail

Mit 14 Potis und 6 Tastern bzw. Schaltern ist auf der Bedienoberfläche des Layer Delayers einiges los. Wer Angst hat, hier womöglich den Überblick zu verlieren, kann aber beruhigt sein – die meisten Funktionen sind quasi selbsterklärend. Dennoch wird wohl beim Erkunden der einen oder anderen Option ein Blick ins beiliegende Manual nicht ausbleiben. Neben den sechs Potis samt LED-Anzeigen für die Lautstärken der einzelnen Delay-Kanäle tragen laut Datenblatt die beiden Filterparameter sowie das Tone-Poti einen entscheidenden Anteil zur Klangformung bei. Im Falle des Tone-Potis lässt sich dabei stufenlos im Uhrzeigersinn zwischen einem Tape-Delay, einem Analog-Delay und einem Digital-Delay überblenden. Die optional aktivierbare Filtersektion emuliert zudem das Tiefpass-Ladder-Filter im Stil klassischer Moog-Synthesizer. Das Cut-Off-Poti bestimmt, bis zu welchem Frequenzpunkt die hohen Frequenzen durchgelassen werden. Resonance hebt wiederum die Frequenzen rund um die Cutoff-Frequenz an, was diese Filteroption insgesamt zu einem sehr ausdrucksstarken Klangwerkzeug macht. Mehr dazu gleich in der Praxis. 

Fotostrecke: 5 Bilder Mit 14 Potis und 6 Tastern bzw. Schaltern ist auf der Bedienoberfläche des Layer Delayers einiges los.

Neben den obligatorischen Potis für Mix, Time und Feedback stehen außerdem zwei kleine Potis für Pan Speed und Tail Decay zur Verfügung. Pan Speed wirkt sich auf das Panning-Verhalten der acht Auto-Panning-Modi im Stereobetrieb aus und Tail Decay bestimmt, ob und wie lange das Delay nach der Deaktivierung des Pedals ausklingt. Mit zwei Tastern unterhalb des Displays werden ferner die Presets und die Auto-Panning-Modi angewählt. Die drei Fußschalter dienen zum Aktivieren des Effekts (Start), zum Anwählen der Presets und Preset-Bänke (Bank/Preset) sowie zur Eingabe des Delay-Tempos (Tap). 


So wird das Pedal getestet

Da das Layer Delayer-Pedal mit seinen Stereo-Ein- und -Ausgängen für verschiedene Instrumente interessant sein dürfte, spiele ich es im Folgenden mit einer E-Gitarre (Kmo Guitars HybriT), einem akustischen Fretless-Bass (Guild B-240EF) sowie einem Nord Electro 6D an. Um genau diese Vielfalt zu ermöglichen, hat das Pedal einen kleinen zusätzlichen Kippschalter an Bord, der zwischen Line-Level und Instrument-Level wählt, sodass der Eingangspegel je nach Anwendung optimal und ohne Übersteuerungen verarbeitet werden kann. Sehr gut!

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Die Funktionsweise des Layer Delayer in der Praxis einfach erklärt

Bevor wir uns den klanglichen Möglichkeiten des Pedals zuwenden, soll ein erstes Hörbeispiel zunächst die Funktionsweise der einzelnen Delay-Kanäle erläutern. Angewählt habe ich dafür am Nord Electro 6D einen Rhodes-Sound. Zu Beginn hören wir nur die Wiederholungen des ersten Delay-Kanals im eingegebenen Tempo. Anschließend nehme ich den dritten Kanal hinzu (dritte Sechzehntel), woraus sich ein Delay-Pattern im Achtelrhythmus ergibt. Daraufhin ergänze ich zum ersten Kanal nur den letzten Kanal (dritte Triole), was ein Delay-Pattern im Shuffle-Rhythmus zur Folge hat. Zu guter Letzt hört ihr außerdem den ersten, zweiten und vierten Kanal für ein Delay-Pattern mit Sechzehntel-Puls. Wie unterschiedlich die Pattern wirken können, wird außerdem bei unterschiedlichen Betonungen der Lautstärken innerhalb der jeweiligen Muster deutlich. 

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Soundcheck: Delay-Pattern (Rhodes)

Noch spannender wird es, wenn man nun im Stereobetrieb die acht Auto-Panning-Modi in den Blick nimmt, für deren Wirkung auch das kleine Pan-Speed-Poti eine wichtige Rolle spielt. Einige erste Eindrücke dazu gibt’s im folgenden Beispiel.

Audio Samples
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Soundcheck: Auto-Panning-Modes (Rhodes)

Diese Stärken und Schwächen offenbart das Ibanez Layer Delayer

Beim Einschalten präsentiert sich das Pedal mit seinen vielen LEDs als wahre Lichtorgel, wobei – je nach Umgebungshelligkeit – eine etwas dezentere Beleuchtung für die Ablesbarkeit vorteilhafter wäre. Die per Tone-Poti abrufbaren drei Delay-Charaktere (Tape, Analog & Digital) fallen leider recht subtil aus, weshalb nicht ganz klar wird, warum sie stufenlos ineinander übergeblendet werden können. Als sehr charakterstarke Option offenbart sich dagegen das Tiefpass-Ladder-Filter, das gleichzeitig aber auch dafür sorgt, dass sich die Unterschiede zwischen den Delay-Typen quasi gar nicht mehr orten lassen.

Audio Samples
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Soundcheck: Tape → Analog → Digital (Rhodes) Soundcheck: Filtermodul (Rhodes)

Auch wenn sich per Einschleifweg das Delay-Signal mit externen Effekten weiter bearbeiten lässt, vermisse ich beim Editieren der Sounds hin und wieder eine zusätzliche Modulationsoption, wie sie Ambient-Delays für gewöhnlich mitbringen. Etwas unvorteilhaft ist außerdem die nicht ganz punktgenaue Rasterung der Verzögerungszeit per Time-Poti, die wahlweise in ms oder in bpm angezeigt wird. Falls man das Tempo ohnehin lieber per Tap-Befehl eingibt, ist dies nicht weiter tragisch. Möchte man allerdings beispielsweise das Delay exakt zu einem externen Click-Track synchronisieren, gelingt dies zumindest am Gerät nicht immer. Abhilfe schafft hier aber die Rechner-App, die eine genaue Eingabe der Delay-Time ermöglicht. Vielleicht ließe sich dieses Problem mit einem zukünftigen Update lösen?

Die Rechner-App ermöglicht eine punktgenaue Eingabe der Delay-Time.

Ab Werk bringt das Layer Delayer-Pedal ansonsten 20 vorinstallierte Presets mit, die einen sehr guten Eindruck der Möglichkeiten des Pedals vermitteln und natürlich auch als Inspiration für eigene Presets dienen können.

Wie klingt das Ibanez Layer Delayer mit Gitarre, Bass und Tasteninstrumenten?

Nach diesen ersten, eher theoretischen Bestandsaufnahmen sollen ein paar abschließende Aufnahmen mit verschiedenen Instrumenten für noch tiefere Eindrücke sorgen. Dabei habe ich sowohl die Werk-Presets benutzt als auch eigene Presets erstellt und diese stellenweise mit einem zusätzlichen Reverb-Effekt versehen. Im ersten Beispiel bekommt ihr obendrein einen weiteren Eindruck vom Einfluss des Moog-Style-Filter.

Audio Samples
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User-Preset (Polymoog) Factory-Preset B02 (E-Gitarre) Factory-Preset B04 (E-Gitarre) User-Preset (Fretless-Bass)

Fazit

Das Ibanez Layer Delayer präsentiert sich als interessantes Multi-Delay mit hohem kreativen Potential, das sich mit seinen Anschlussmöglichkeiten flexibel in verschiedene Umgebungen einbinden lässt. Zu den Highlights zählen dabei das Moog-inspirierte Tiefpass-Ladder-Filter sowie die Auto-Panning-Optionen. Charakterlich stärker ausgeprägt dürften wiederum die einzelnen Delay-Typen (Tape, Analog, Digital) sein. Und auch eine zusätzliche Modulation könnte man vermissen. Unterm Strich ist das Layer Delayer aber dennoch ein inspirierendes Tool für Ambient-Fans und Soundscaper.

Artikelbild
LD303 Layer Delayer
Für 244,00€ bei
  • Hersteller: Ibanez
  • Modell: Layer Delayer
  • Typ: Delay-Pedal
  • Herkunft: China
  • Anschlüsse: Input R, Input L, FX-Send, FX-Return, Output R, Output L, MIDI-Thru, MIDI-In, USB-C, 9-V-Netzteilanschluss
  • Schalter/Regler: Mix, Resonance, Cut, Time, Feedback, Tone, Pan-Speed, Tail-Decay, Level, 1st, 2nd/4, 3rd/4, 4th/4, 2nd/3, 3rd/3, Preset/Pan-Mode-Down, Preset/Pan-Mode-Up, Start, Bank/Preset, Tap
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil (nicht im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 300 mA
  • Abmessungen: 175 x 125 x 62 mm
  • Gewicht: 649 g
  • Ladenpreis: 244,00 Euro (April 2026)

Herstellerseite: https://www.ibanez.com/eu/

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