Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – The Jackson 5: “I Want You Back”

Viele Mythen ranken sich um die Hintergründe des genialen Bassparts der 1969 erschienenen Jackson 5-Debütsingle “I Want You Back”: Zwar war der legendäre James Jamerson bekannt als Haus- und Hofbassist des Motown-Labels, jedoch zog das Label Ende der 1960er-Jahre von Detroit nach Los Angeles. Die damals relativ frisch unter Vertrag genommenen The Jackson 5 nahmen “I Want You Back” als ersten Song in Kalifornien auf, während andere Songs zuvor noch in Detroit entstanden waren. Angeblich soll es von diesem Stück auch Takes mit James Jamerson am Bass geben, jedoch ist es mit großer Wahrscheinlichkeit Bassist Wilton Felder, seines Zeichens damaliges Gründungsmitglied der Crusaders, der den E-Bass auf der veröffentlichten Version der Erfolgssingle spielte. Felder war zu jener Zeit ein vielbeschäftigter Mann in den Studios an der Westküste der USA – man kann ihn auf Aufnahmen mit Billy Joel, Marvin Gaye, America, John Cale, Randy Newman, Joan Baez, BB King, Four Tops etc. hören. Der leider im Jahr 2015 verstorbene Felder spielte neben dem Bass übrigens auch hervorragend Saxophon!

The Jackson 5 I Want You Back
In diesem Workshop erlernst du die Bassline zu “I Want You Back” von The Jackson 5
Inhalte
  1. “I Want You Back” – das Original im Video
  2. Wie spielt man das Intro- und Strophen-Riff von “I Want You Back”?
  3. Wie spielt man den Chorus von “I Want You Back”?
  4. “I Want You Back”: Der berühmt-berüchtigte Mittelteil
  5. Mit welchen Mitteln kann man den Basssound von “I Want You Back” nachbauen?
  6. “I Want You Back” – Video und komplette Transkription

“I Want You Back” – das Original im Video

Zu Beginn schauen und wir uns noch einmal das Original des Songs an:

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Wie spielt man das Intro- und Strophen-Riff von “I Want You Back”?

Der Song steht in der Tonart Ab-Dur, besitzt also vier Bb-Vorzeichen, und das Tempo ist mit ca. 98 bpm vergleichsweise moderat. Live wird der Song häufig wesentlich schneller interpretiert, was bestimmte Passagen an die Grenzen der Spielbarkeit treiben kann. Hier ist also Vorsicht geboten!

Das legendäre Intro-Riff ist identisch mit dem der Strophe und wiederholt sich entsprechend. Dieser Strophenpart wird vom Klavier gedoppelt, und man kann davon ausgehen, dass nahezu der komplette Basspart durcharrangiert gewesen sein dürfte, was seinerzeit nicht unüblich war. Gemessen daran, wie weit der Bass dann im Mix hervorsticht, wird dann auch schnell klar, welch enorme Bedeutung ihm beigemessen wurde. Unüberhörbar ist der Bass die treibende Kraft hinter dem Song, natürlich von dem Gesang mal abgesehen.

Der ganze Song ist ungewöhnlich “busy” – heutzutage würde man wohl “overplayed” sagen. In diesem Fall kann man sich über dieses Thema gerne streiten, denn mit einer simpleren Basslinie versehen, wäre der Song eigentlich nicht mehr denkbar – der coole Basspart ist und bleibt nun einmal das Zentrum des gesamten Arrangements! Im Intro bzw. in den Strophen wechseln die Harmonien fast auf jeder Viertel – entsprechend geschickt bahnt sich die Basslinie mit zahlreichen chromatischen Durchgangstönen ihren Weg.

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“I Want You Back” – Intro/Strophe – WAV

Wie spielt man den Chorus von “I Want You Back”?

Der Refrain bewegt sich diatonisch in Ab-Dur abwärts und endet jeweils auf dem gleichen zweitaktigen Turnaround der Strophe (Fm, Ab/C, Db, Ab // Bbm, Db/Eb, Ab, Ab). Achtung: Im zweiten Takt des Refrains gibt es auch die Interpretation, dass die zweite Sechzehntel nach Beat 4 ein Bb ist und nicht, wie hier notiert, ein C. Ich kenne tatsächlich beide Interpretationen! Im Playback ist der Unterschied jedoch kaum zu orten und sollte daher auch nicht überbewertet werden, da es ohnehin fast wie eine Deadnote behandelt wird.

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“I Want You Back” – Chorus – WAV

Der zweite Chorus wird wiederholt, endet aber mit einem 2/4-Takt und einem viertaktigen “Tag” (engl. = Anhang) in dem lediglich die Sechzehntel-Phrase “I want you back” mitgespielt wird. (Siehe Vollversion am Ende des Workshops, Takt 25-28)

“I Want You Back”: Der berühmt-berüchtigte Mittelteil

Eigentlich besteht der Song hauptsächlich aus den beiden genannten Teilen, doch da gibt es ja auch noch diesen kniffligen C-Teil – gerne auch im Songwriter-Jargon als “Middle 8” bezeichnet.

Der Part beginnt mit einer zweitaktigen A-Capella-Passage. Auf die zweite Sechzehntel nach der Zählzeit 4 spielt hier der Bass in Takt 2 ein einen zerlegten Fm-Akkord, dann im nächsten Takt nach Zählzeit 2 Db-Dur, dann zwei Beats versetzt jeweils wieder Fm und Db-Dur. Bei dem Tempo ist es gar nicht so einfach, diese Einsätze auch sauber zu spielen!

Richtig sportlich werden dann allerdings die zweiten vier Takte des C-Teils, denn hier setzen nun schnelle Sechzehntel-Akkordzerlegungen ein, die in dem Tempo eine echte Herausforderung darstellen (und nebenbei bemerkt auch eine gute Fingerübung sind!). Die Akkordfolge lautet Fm, Cm, Db-Dur, Ab-Dur.

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“I Want You Back” – Mittelteil – WAV

Mit welchen Mitteln kann man den Basssound von “I Want You Back” nachbauen?

Der Sound dieses Bassparts benötigt die klassische “Motown-Rezeptur”, also einen Precision Bass bzw. einen Bass mit Splitcoil-Tonabnehmer, idealerweise bestückt mit Flatwounds, also geschliffenen Saiten.

Diese Zutaten sind quasi 80% der Miete (jaja, wir lassen jetzt mal den Faktor “Finger” außen vor). Für die Abnahme habe ich eine einfache passive DI-Box verwendet, allerdings eine mit hochwertigen Transformator von der Firma ACME.

ACME Mowtown D.I.
ACME Mowtown D.I. WB-3

Um den Sound noch etwas authentischer hinzubekommen, füge ich persönlich gerne noch etwas Verzerrung und Kompression dazu. Beides kombiniert – speziell in Verbindung mit passiven Bässen – bekommt man mit dem Bodenpedal “Storm” des amerikanischen Herstellers SoloDallas geliefert. Allerdings bekommt man ähnliche Ergebnisse mit etwas Experimentierfreude aus vielen ähnlichen Pedalen gezaubert – und es geht hier ja auch wirklich nur um einen sehr subtilen Einsatz.

SoloDallas Storm
SoloDallas Storm

“I Want You Back” – Video und komplette Transkription

Hier nun der komplette Basspart als Video, mit der Hoffnung, dass dadurch vieles von dem eingangs Beschriebenen noch einmal deutlicher wird.

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Ich wünsche Euch viel Spaß mit “I Want You back”, euer Oliver

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