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NAMM 2021: Korg miniKORG 700FS – Korg bringt den Klassiker mit Traveler-Filter in die Gegenwart

Korg portiert einen analogen Klassiker aus den 1970er Jahren in die Gegenwart. Der Korg MiniKorg 700FS ist die Reinkarnation des berühmten MiniKorg 700S, der für seinen einzigartigen Sound bekannt ist.

Der MiniKorg 700S war der Nachfolger des MiniKorg 700 – des ersten Korg-Synthesizers überhaupt, der durch seinen besonderen “Traveler”-Sound Anfang dder 1970er Jahre berühmt wurde. Für die Reinkarnation des Klassikers verwendet Korg echte Analogtechnik, die auf den Schaltungen des Originals beruhen.
Als der MiniKorg 700 ursprünglich auf den Markt kam, waren die elektronischen Komponenten größer, was seine Funktionalität aufgrund des geringen Innenraums einschränkte. Durch technologische Änderungen und mehr Platz, hat Korg dem modernen 700S einen Federhall-Effekt sowie einen Joystickfür Pitch Bend und Modulation spendiert, was es früher in der Originalausgabe nicht gab. Die neue Version bietet außerdem Aftertouch sowie wichtige Funktionen wie einen Arpeggiator, einen USB-Anschluss, einen MIDI IN-Anschluss und eine CV/GATE IN-Buchse.
Ergänzt wurde die Ausstattung um eine Speichertaste,
NAMM 2021: Korg miniKORG 700FS (Foto: Korg)
NAMM 2021: Korg miniKORG 700FS (Foto: Korg)
die Positionen der Knöpfe und Hebel nicht notiert werden müssen, um eigene Lieblingssounds wiederherzustellen zu können.
Fotostrecke: 3 Bilder Korg MiniKorg 700 FS: Fullsize-Version des legendären MiniKorg 700S aus 1974. (Foro: Korg)
Fotostrecke
Der Traveler-Controller, das charakteristischste Merkmal des MiniKorg 700(S), bestand aus zwei Schiebereglern, die sich unter der Tastatur befanden. Mit diesen Reglern ließ sich die Grenzfrequenz einstellen, wobei der obere Hebel den Tiefpassfilter und der untere Hebel den Hochpassfilter steuert. Durch Bewegen der Hebel nach links und rechts während des Spielens können Wah-Wah- und weitere interessante Klänge zusammen mit dem legendären „Traveler“ -Sound erzeugt werden.
Der Traveler-Controller der MiniKorg 700 und 700S aus den frühen 1970er Jahren. (Foto: Korg)
Der Traveler-Controller der MiniKorg 700 und 700S aus den frühen 1970er Jahren. (Foto: Korg)
Der MiniKorg 700 war ein analoger monophoner Synthesizer mit einem Oszillator, dessen Nachfolger, der 700S in 1974  einen zweiten Oszillator, einen Ringmodulator und weitere Funktionen erhielt. Das FS-Modell, das Korg jetzt veröffentlicht, ist die Wiederbelebung des 700S mit seiner erweiterten Funktionalität, die Sounds der besonderen Art ermöglicht, auf die schon Human League mit Being Boiled setzte.
Das passende Retro-Case für den MiniKorg 700 FS befindet sich im Lieferumfang. (Foto: Korg)
Das passende Retro-Case für den MiniKorg 700 FS befindet sich im Lieferumfang. (Foto: Korg)
Die wichtigsten Features im Kurzüberblick:
  • Reproduktion des Korg MiniKorg 700S
  • 37 Tasten (mit Aftertouch, keine Anschlagdynamik)
  • 2 Oszillatoren mit Dreieckswelle, Rechteckwelle, Sägezahnwelle, Chorus I, Chorus II
  • 7 Oktaven Tonumfang
  • 14 Programmspeicher
  • Federhall und Joystick
  • „Traveller-Controller“ für Wah-Wah und andere Effekte
  • Arpeggiator
  • Anschlüsse: Stereo/Mono-Out, Kopfhörer, MIDI-IN, SYNC IN- und OUT, CV IN- und GATE IN, AUDIO IN
  • USB-Anschluss (Typ B)
  • Inkl. Hartschalenkoffer
  • Gewicht : 8,5 kg
Preis: 1.999 €
(Produktseite auf thomann.de)
Verfügbarkeit: TBA
Weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Herstellers.
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Kleiner Rückblick in die Anfänge von Korg

Korg MiniKorg 700 und 700S – Analoge  Synthesizer mit Charme

Keio oder Korg?

Beginnen wir mit der Nomenklatur dieser beiden Modelle, denn diese ist etwas verwirrend, betrachtet man die Entstehungszeit der beiden Synthesizer – die frühen 1970er Jahre. Korg war zu dieser Zeit noch unter dem Namen Keio Electronics tätig und hatte zuvor den Namen Korg für eine elektrische Orgel verwendet. Zur Unterscheidung des Synthesizers wurde er als Mini-Korg Modell 700 bezeichnet, dessen Nachfolger der zwei-oszillatorige 700S ist. Der Synthesizer wurde jedoch in Nordamerika von der Gitarrenverstärkerfirma Univox vermarktet, die das ursprüngliche Modell einfach als Mini-Korg und das zweite Modell als Mini-Korg K2 bezeichnete. Diese tragen den Univox-Namen auf der Rückseite. Bei den meisten von ihnen erscheint der Name “Korg” nirgendwo, aber eine kleine Notation in der Nähe der Ausgangsbuchsen zeigt den Namen Keio Electronics.

Der MiniKorg 700 war der erste Synthesizer den Korg Anfang der 1970er veröffentlichte. (Quelle: Soundgas)
Der MiniKorg 700 war der erste Synthesizer den Korg Anfang der 1970er veröffentlichte. (Quelle: Soundgas)

Aufbau des MiniKorg 700S

Der MiniKorg-700S in kurzen Worten beschrieben, ist ein analoger Synthesizer mit zwei Oszillatoren, der als Nachfolger des Korg MiniKorg 700 zu bezeichnen ist, welcher als erster Korg Synthesizers überhaupt gilt. Der Korg MiniKorg 700 war seitens der Tonerzeugung mit nur einem Oszillator ausgerüstet. Gegenüber anderen Klassikern wie Moog und Arp platzierte Korg die Bedienelemente des 700S an einer – aus heutiger Sicht – unüblichen Stelle auf der Vorderseite des Instruments unterhalb der Tastatur. Auch die Namensgebung der Steuerelemente zeigen eher bizarre Bezeichnungen als die heute übliche Terminologie. Bezeichnungen wie Bender, Traveller und Expand befanden sich noch im Sprachgebrauch der frühen Korg-Zeit, aber so war das eben in den Anfängen der 1970er Jahre und in diesem Fall in 1974, als Korg mit dem MiniKorg 700S den Nachfolger des erfolgreichen MiniKorg 700 einläutete. Beide Modelle wurden über eine Drei-Oktaven-Tastatur (C-C) mit 37 Tasten gespielt.

Der MiniKorg 700S ist der Nachfolger des MiniKorg 700 und bietet bereits zwei Oszillatoren. Das hübsche Holzpanel links neben der Tastatur wich weiteren Bedienelementen.(Quelle Audiofanzine)
Der MiniKorg 700S ist der Nachfolger des MiniKorg 700 und bietet bereits zwei Oszillatoren. Das hübsche Holzpanel links neben der Tastatur wich weiteren Bedienelementen.(Quelle Audiofanzine)

Während der MiniKorg 700 eher rudimentär ausgestattet schien, bestückte Korg den 700S mit Features die sich sehen lassen konnten und machte den ‘S’ zu der professionellen Variante seines Vorgängers. Somit wich auch die ansehnliche Holzabdeckung des MiniKorg 700 links neben der Tastatur einem zweckmäßigen Panel mit einer Reihe an Bedienelementen, um den erweiterten Status zweckmäßig Handzuhaben. Eine wichtige Erweiterung war ganz sicher der zweite Oszillator, mit dem sich nun eine ganz andere und neue Soundpalette gestalten ließ. Dazu gesellten sich unterschiedliche Modulationsmodi (inkl. Ringmodulation), ein Rauschgenerator sowie eine Hüllkurven-Erweiterung.

Traveler-Filter und mehr

Augenfällig sind bei beiden Synthesizern MiniKorg 700 und 700S das auffällige Traveler-Filter auf der linken Frontseite, das eine Kombination aus spannungsgesteuerten 12 dB High- und Lowpass-Filtern darstellt, die durch zwei mechanisch verbundene Traveler-Regler gesteuert werden. Dadurch wurde gesorgt, dass dem live Musizierenden immer ein Frequenzband zur Verfügung stand, ganz gleich, in welcher Position der Kombi-Regler stand. Die Resonanz beispielsweise wird durch einen mit ‘Bright’ bezeichneten Kippschalter aktiviert, der sie ein- oder ausschalten kann. Per ‘Expand’ Kippschalter wird die Filtersteuerung durch die Hüllkurve vorgenommen, welche je nach Schalterstellung ein- oder ausgeschaltet ist. Viele weitere Bedienelemente rekrutieren sich aus Kippschaltern und großen griffigen Potis für Fußlagen und Wellenformen, die im Bereich der Oszillatoren zu finden sind.

Korg MiniKorg 700S im Seitenprofil: Schön sichtbar sind die Bedienelemente auf der Frontseite unterhalb der Tastatur. (Quelle RL Music)
Korg MiniKorg 700S im Seitenprofil: Schön sichtbar sind die Bedienelemente auf der Frontseite unterhalb der Tastatur. (Quelle RL Music)

Klangeigenschaften

Klanglich liefert der MiniKorg 700S ein sehr unikates Bild das sich nicht mit den Sounds eines Moog, ARP oder Roland-Synthesizers in einen Topf werfen lässt, was dadurch auch seinen besonderen Reiz hat. Der 700 S klingt sehr eigenständig und anders als z. B. ein MS-20 aus gleichem Hause, geht aber eher in dessen Richtung als in die der zu dieser Zeit üblichen Zeitgenossen eben genannter Hersteller. Der Korg MiniKorg700S war zu seiner Lebenszeit auch für die professionelle Keyboarder-Garde interessant und wurde u. a. von Musikern wie The Cure, ComaTeens, Kitaro, Human League, N-Trance, Vangelis, The Normal, Stevie Wonder, The Cars und Paul Hardcastle eingesetzt.

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NAMM 2021: Korg miniKORG 700FS (Foto: Korg)

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von Michael Geisel

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